Kolumne #13: Online-Dating

Nachgedacht über...

Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Hormontherapeut » Di 23. Jun 2015, 14:26

Noch nie war es so einfach wie heute, DEN perfekten Traumpartner (Anm.: hier meine ich immer beide Geschlechter) zu finden. Vorbei sind die Zeiten, in denen man Kontaktanzeigen in Zeitungen geschaltet hat, monatelang seinen Schwarm heimlich angehimmelt hat, bis man den Mumm hatte, auch den ersten Schritt zu machen. Vorbei auch die Zeiten von mühsamen Ansprechen in Disco oder Club. Unsere moderne Technik macht es möglich: die große Liebe per Mausklick oder mit einem Wisch in die richtige Richtung – einfacher geht es nicht mehr!

Dieses Versprechen macht uns zumindest die nach wie vor boomende Branche der Singlebörsen, Partnervermittlungen und Dating Apps fürs Smartphhone. Immer mehr Singlehaushalte, eine immer höhere Scheidungsrate – Singles sind, so scheint es, auf dem Vormarsch. Das belegen zahlreiche Anbieter dieser Kontaktdienste immer wieder gerne mit ihren Kundenzahlen. Da unser Leben, unser Alltag auch immer weniger Zeit bietet, sich um so etwas wie einen potentiellen Partner zu kümmern, liegt es nahe, auch diesen Bereich unseres Lebens zu ökonomisieren und mit möglichst wenig Zeitaufwand den größtmöglichen Erfolg zu erzielen.

Ich selbst bin seit einigen Jahren Single und möchte diesen Zustand endlich ändern. Da ich im realen Leben doch schüchtern bin und es mir schwer fällt, Frauen anzusprechen, entscheide ich mich für den Selbstversuch mit der einen oder anderen Singlebörse. Ich verschaffe mir zunächst einen Überblick über das Angebot.
Grundsätzlich unterscheidet man zunächst zwischen kostenpflichtigen und kostenfreien Angeboten. Dann gibt es noch die Unterscheidung zwischen Anbietern, die nur eine Webseite zur Kontaktfindung anbieten; Apps, die es nur für das Smartphone gibt und Anbieter, die Beides anbieten.
Aus Kostengründen entscheide ich mich schließlich für die kostenlose Singlebörse „okcupid“. Sie kommt aus den Vereinigten Staaten und ist ein weltweites Portal mit unzähligen Singles aus der ganzen Welt. Nach dem Motto „eine Singlebörse ist nicht genug“ entscheide ich mich zusätzlich noch für die Dating Apps „Lovoo“ und „Tinder“ für mein Smartphone. Beide Apps sind in der Basisversion kostenlos, bieten aber auch die Möglichkeit, Abos abzuschließen, um zusätzliche Funktionen nutzen zu können.

Am Anfang herrsch Euphorie
Für mich ist das Projekt Internet Dating, wie Frau Merkel so schön gesagt hat, „Neuland“. Ich fühle mich ein wenig wie einer jener Pioniere, die einst Amerikas Wilden Westen zähmten. Nach kurzer Überlegung widme ich mich zunächst dem Portal okcupid und richte mir mein Profil ein. Dabei merke ich schnell, dass ich gar keine aktuellen Fotos von mir habe. Egal, erst mal gewissenhaft das Profil ausfüllen. Dabei versuche ich, originell und möglichst ehrlich zu sein. Okay, beim Gewicht schummle ich dann doch ein wenig und ich gebe auch nicht an, dass ich eigentlich geschieden bin. Ich habe den Eindruck, dies könnte meine Chancen schmälern. Nachdem ich meine persönlichen Angaben gemacht habe, beginne ich mit den Fragen aus dem Bereich Liebe, Sexualität, Lifestyle, Religion und Sonstiges. Zwei Stunden und über 300 beantwortete Fragen später wundere ich mich, wann diese Fragerei überhaupt ein Ende hat und breche den Teil erst mal ab. Einige Tage später werde ich herausfinden, dass es tausende von Fragen gibt und User, die tatsächlich so Viele auch beantwortet haben. Abschließend mache ich vor der weißen Wand auf meinem Balkon noch einige Selfies. Ich mag das eigentlich nicht, bin auch mit dem Ergebnis nicht sonderlich zufrieden, will aber endlich ein fertiges Profil haben. Daher nehme ich erst einmal, was ich habe und beschließe, in den nächsten Tagen noch einmal bessere Bilder zu machen. Das Procedere wiederhole ich bei Lovoo und Tinder. Dann kann es endlich losgehen, die nächste Traumfrau wähne ich bereits nahe!

In den ersten Tagen konzentriere ich mich vor allem auf okcupid, da mir das irgendwie am besten gefällt. Ich blättere durch diverse Profile und schreibe die Frauen an, die mir gefallen. Dabei achte ich darauf, die Damen möglichst individuell anzuschreiben. Meist gibt da eine Angabe aus dem Profil einen entscheidenden Anstoß. Bereits nach wenigen Stunden bekomme ich von der ersten Frau eine Antwort. Wir werden uns zwei Tage hin und her schreiben und dann wird sie den Kontakt einfach beenden. Doch das hält mich nicht davon ab, weiter Frauen anzuschreiben. Dabei merke ich dann aber auch sehr bald, dass es wohl gängige Praxis zu sein scheint, dass man auf die Mehrzahl seiner Nachrichten keine Antwort bekommt.
Parallel dazu wische ich mich durch diverse Profile bei Tinder und Lovoo.

Ernüchterung nach einem Monat Online Dating
Seit gut 4 Wochen bin ich auf den drei unterschiedlichen Singlebörsen aktiv. Ich muss feststellen, dass meine Anfangseuphorie verflogen ist und sich Ernüchterung und Enttäuschung breit macht. Obwohl ich meine Profile noch einige Male überarbeitet habe und auch neue Fotos erstellt habe, bleibt die Resonanz aus. Bei okc habe ich dutzende Frauen angeschrieben, doch bis auf eine Hand voll Antworten keinerlei Reaktion erzeugt. Drei davon waren höfliche Absagen, bei den anderen Beiden ebbte der Chat in Rekordzeit ab.
Auch bei Lovoo und Tinder passierte einfach nichts. In vier Wochen Tinder hatte ich ganze drei Matches, die sich aber nie meldeten, nachdem ich sie anschrieb. Bei Lovoo gab es keine Matches.

Silberstreif am Horizont
Mitten in der Phase der Ernüchterung gab es dann doch noch einen kleinen Hoffnungsschimmer. Eine Frau Anfang 30 antwortete mir auf okc auf meine Nachricht. Nachdem wir vier Tage hin und her schrieben, bot sie an, dass wir doch mal telefonieren könnten und teilte mir ihre Nummer mit. Nach einem einstündigen, angenehmen Gespräch verabredeten wir uns für den nächsten Tag. Es war ein insgesamt sehr angenehmes Treffen für mich.

Zwei Tage später telefonierten wir wieder und ich fragte nach einem erneuten Treffen. Sie willigte ein, doch letztlich kam das zweite Treffen dann doch nicht zu Stande, da bei ihr immer was dazwischen kam. Nach knapp drei Wochen kam dann von ihr noch eine halbherzige SMS, in der sie mir auch gleich unter die Nase rieb, dass sie Jemanden kennen gelernt hatte.

Nachdem also mein erstes Date nach so langer Zeit sich zu so einer Pleite entwickelt hatte, war ich doch ziemlich enttäuscht und es fiel mir schwer, mich wieder für die Partnersuche zu motivieren. Aber ich sagte mir, dass ich mich nicht von einer Niederlage aufhalten lassen dürfte und beschloss, weiter zu suchen.

Wie die Zeit vergeht
Inzwischen ist es Ende März, das Projekt Internet Dating läuft für mich seit nunmehr vier Monaten. Ich wurde gefragt, wie es denn damit liefe. „Alles scheiße ist das!“, war meine wenig freundliche Antwort. Mehr wollte ich in dem Moment wirklich nicht sagen. Was war denn seit Ende Dezember passiert? Fast gar nichts!

Lovoo: Habe ich nach dem ersten Monat entnervt gelöscht. Bis auf die eine patzige Antwort bekam ich nie eine Antwort auf meine Kontaktgesuche.
Tinder: hatte ich auch nach einem Monat gelöscht. Die drei nicht antwortenden Matches haben mir gereicht. Keine Ahnung warum, aber Mitte Februar habe ich mir die App doch noch einmal installiert. Beim zweiten Lauf mit Tinder lief es anfangs deutlich besser. Ich hatte plötzlich bis zu 10 Matches gleichzeitig und schrieb mir mit vier Frauen parallel. Rausgekommen ist dabei nichts. Die Chats verliefen nach spätestens einer Woche wieder im Sande. Jedenfalls, drei weitere Wochen gab es auch einfach keine neuen Matches, was Tinder einmal mehr überflüssig für mich machte – Löschung meines Profils und der App inclusive.
Okcupid: Ein einziges Mal schrieb mich tatsächlich eine Frau initiativ an. Wir chatteten einen Abend lang und aus einem Anflug von Dreistigkeit fragte ich schon nach dem zweiten ausgetauschten Gesprächsfetzen nach einem Treffen. Zu meinem Erstaunen willigte sie sogar ein und wir trafen uns dann drei Tage später in einer Bar. Es war ein nettes Treffen, wir haben uns gut unterhalten. Zu mehr hat es nicht gereicht, obwohl ich sie zumindest gerne wiedergesehen hätte.
Und sonst? Ich habe bei okc in der Zeit über 100 Frauen kontaktiert – geantwortet hat nicht eine. Geliked wurde ich durchaus – von Frauen aus dem mittleren Osten und Fernost. Aber ganz ehrlich, das ist für mich nicht die richtige Zielgruppe, einfach aus der Tatsache heraus, dass die Distanz viel zu groß ist. Darüber hinaus herrschte bei den Frauen aus meiner Region eisiges Schweigen. Da fiel mir der Entschluss nicht schwer, mein Profil zumindest auf unbestimmte Zeit zu deaktivieren. Das geht bei okc.

Fazit: Am Ende bleibt nur die Enttäuschung
Nirgends ist es so einfach, den Traumpartner zu finden, wie im Internet? Das ich nicht lache! Nach vier Monaten Selbsttest und gerade einmal zwei tatsächlichen Dates, viel verschwendeter Zeit und fast null Resonanz muss ich zu dem Schluss kommen, dass das nicht stimmt. Aber, vielleicht liegt das ja nur an mir? Waren meine Profilfotos nicht gut genug? Hab ich in meinen Nachrichten zu viel geschrieben, oder gar zu wenig? Bin ich einfach, bringen wir es schonungslos auf den Punkt, zu hässlich, um eine Frau für mich zu begeistern? Sind meine Ansprüche oder die der Anderen zu hoch? Geht es nur mir so? Was ist da los?

Wenn man sich nicht nur damit zufrieden gibt, in Sachen Online Dating eine erbärmliche Niete zu sein und anfängt, ein wenig zu recherchieren stellt man schnell fest, dass die eigene Erfolglosigkeit vieles ist – aber kein Einzelfall. Im Internet, egal ob in Foren oder anderen sozialen Medien findet man (im Übrigen international!!) mehr als genug Beiträge von überaus frustrierten Suchenden. Interessant dabei ist in der Tat, dass vor allem männliche Singles ein ähnliches Schicksal teilen. Vielen geht es so wie mir. Sie schreiben sich die Finger wund, versuchen, den Frauen zu gefallen, erhalten jedoch so gut wie überhaupt keine Resonanz. Nicht wenige haben die Suche nach einem Partner bzw. einer Partnerin desillusioniert komplett aufgegeben und richten sich darauf ein, alleine zu bleiben.

Was uns eigentlich die Partnersuche erleichtern soll, führt genau ins Gegenteil. Gesellschaftlich scheinen wir uns auf einem Egotrip zu befinden. Ich bin der Tollste, ich bin der Größte, meins, meins, meins, meine Mitmenschen interessieren mich nicht. Bezogen auf die Partnersuche lässt sich wohl feststellen, dass wir uns keine Mühe mehr geben, einen anderen Menschen wirklich kennen zu lernen. Wir erwarten den perfekten Traumpartner, der uns sofort kickt und die Schmetterlinge im Bauch zum Fliegen bringt. Passt das nicht gleich, dann eben ab zum Nächsten! Ein paar Wischgesten oder Klicks weiter ist er doch schon, der nächste potentielle Traumpartner.

Der ganze Partner“markt“ verkommt zur Fleischbeschau, der Mensch zur Katalogware. Wir lassen eine Entwicklung zwischenmenschlicher Gefühle nicht mehr zu. Wir wollen alles sofort, so wie wir es uns vorstellen. Kompromisslos. Die Auswirkungen der Konsumgesellschaft. Die Partnerschaft also als Konsumgut, der Partner die Ware, die mich bespaßen soll? Rückgabe bei Nichtgefallen?
Zugegeben, ein düsteres Bild, das ich hier zeichne. Aber es ist kein abstraktes Kunstwerk, das hier betrachtet wird, sondern das Leben, das täglich um uns passiert. Gesellschaftsforscher gehen davon aus, dass die Zahl der alleinstehenden und partnerlosen Menschen in den kommenden Jahren immer weiter ansteigen wird. Was sagt das über uns aus? Verlieren wir nach und nach unsere sozialen Kompetenzen, unsere Empathie und die Fähigkeit, Liebe für andere Menschen zu empfinden? Das ist wohl eine Frage, die Jeder für sich beantworten muss.

Meine Wut und meine Enttäuschung sind inzwischen abgeklungen. Die Zeit ist da wirklich ein gutes Heilmittel. Ich glaube, inzwischen meinen „Marktwert“ zu kennen (gering bis nicht vorhanden). Aktiv zugehen auf Frauen tue ich nicht mehr. Umgekehrt zeigt „Frau“ aber auch kein großes Interesse an mir. Zumal ich meine gedankliche Frage: „Was hast DU schon zu bieten?“ spätestens nach dem missglückten Selbstversuch nicht mehr positiv beantworten.

Während das Jahr weiter voran schreitet, der Sommer langsam Einzug hält und ich allen Abgesängen zum Trotz immer noch verliebte Paare in den Straßen, Cafés und Parks sehe, sitze ich – in mich zurückgezogen – alleine vor meinem Kaffee im Sonnenschein in der pulsierenden Fußgängerzone und frage mich, wieso ich nicht dazu gehören darf.

(Eine etwas ausführlichere Version der Kolumne, insbesondere detailliertere Beschreibungen zu den einzelnen Anbietern gibt es hier: http://gotthasstunsalle.over-blog.de/ar ... 43366.html )
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon DerVierteBoy » So 28. Jun 2015, 11:26

Im Grunde bestätigt dieser Bericht meine Vorurteile zu diesen Dating-Apps; gefühllos, austauschbar, kalt. Und was von den ganzen Werbeversprechen wie "Finde die große Liebe" übrig bleibt, dürfte auch klar geworden sein: Nichts. Und ich gehe hier nicht mal von einem Einzelfall aus. Wie schon in der Kolumne erwähnt, findet man im Netz unzählige enttäuschte Berichte.

Ich denke, wenn man auf der Suche nach einem ONS/einer Affäre ist, dürfte man diesen Sachen gut bedient sein. Mit ernsten Absichten tendiert die Erfolgssicht wohl gegen 0. Dabei finde ich den Ansatz gar nicht mal verkehrt. Vielen Leuten fällt es virtuell leichter, sich zu öffnen, was das die ganze Angelegenheit wohl tendenziell einfacher machen würde, aber man sieht ja, was dabei rauskommt.

Für mich wäre das also alles nichts, aber ich denke auch, es war kein Fehler, dass Du es ausprobiert hast. Wie sagt man schließlich so schön? Versuch macht klug.
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon CoolMcCool » Mo 29. Jun 2015, 10:52

Ich denke alles im Leben hat so seine Vor- und Nachteile. Ich habe meine Frau auch im Internet kennengelernt aber nicht auf einer Datingseite sondern auf einem Studentenportal damals. Klar ist das nochmal was anderes, weil wir nicht direkt gesucht haben, sondern einfach ins plaudern gekommen sind, gemerkt haben dass wir uns gut verstehen und dann real mal treffen konnten.

Also Vorteil, man ist weniger befangen und traut sich mehr wenn man erstmal anonym ist.
(Wir waren beide eher schüchtern und wer weiß ob wir im Real-Life je zusammengefunden hätten)

Nachteil, man ist weniger befangen und traut sich mehr wenn man erstmal anonym ist.
Du bekommst auf diesen Apps wohl auch sehr unsensibel mitgeteilt, wenn du nicht gefragt bist. Bei diesen Apps entwickelt sich dann schnell ne shopping Mentalität. Anklicken und abchecken was einem gefällt und weiter gehts.
Man macht sich auf diesen Seiten sehr verwundbar und natürlich gibts da dann auch viel Betrug von Leuten die das ausnutzen.
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Hornzipfel » Mo 29. Jun 2015, 17:52

CoolMcCool hat geschrieben:----
Vorteil, man ist weniger befangen und traut sich mehr wenn man erstmal anonym ist.
----
Nachteil, man ist weniger befangen und traut sich mehr wenn man erstmal anonym ist.
----

?????
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon DerVierteBoy » Mo 29. Jun 2015, 18:15

Ich denke, CMC wollte damit betonen, dass diese Anonymität sowohl Vor- als auch Nachteil ist. Zwar traut man sich eher, jemanden "anzusprechen", dank der Anonymität kann die Gegenseite allerdings auch eine deutlichere Absage geben, als das im echten Leben der Fall ist.

(Wäre übrigens schön, wenn von Userseite mal etwas mehr kommen würde...)
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon CoolMcCool » Mo 29. Jun 2015, 22:18

Manchmal haben Vor- und Nachteile eben den selben Hintergrund. Anonymität hat eben sowohl Vor- als auch Nachteile. DVB hat es gut begriffen. ;)
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Litschee » Mo 20. Jul 2015, 19:41

Das tut mir ehrlich leid für dich, dass das so gelaufen ist!

Ich persönlich habe ein sehr positives Bild von Datingbörsen - allein schon, weil einige Freunde meiner Eltern einen Partner (nach der Scheidung) im Internet gefunden haben und damit sehr glücklich zu sein scheinen. Auch meine Eltern sagen häufig - wenn auch mehr im Spaß -, dass sie sich auch auf Datingportalen anmelden würden, wenn ihre Ehe mal nicht mehr klappen sollte.
Erst vor wenigen Wochen habe ich einem guten Freund geraten, sich doch mein in einer Singlebörse anzumelden, weil er eben auch schon seit Jahren allein ist.
Ich sehe in dem, was CMC geschrieben hat, vor allem die Vorteile. Das Internet für schüchterne Menschen, oder die, die in ihrem eingespielten Alltag nicht die (realen) Plattformen haben, auf denen man das andere Geschlecht, oder überhaupt neue Menschen kennenlernt.

Was du aber schreibst, klingt wirklich hart und niederschmetternd. Als Vertraute würde ich dir aber bei einem Kaffee raten, das Thema Datingbörsen noch nicht vollends an den Nagel zu hängen, weil du zwei aus meiner Sicht wichtige Punkte noch nicht bedacht hast:
1. Du hast dich, obwohl du keine Frau im Nahen Osten suchst, bei einer internationalen Datingbörse angemeldet - wozu? Eine regionale, oder maximal deutschlandweite Plattform wäre für dich doch vollkommen ausreichend. Und vielleicht haben einige Frauen, für die das Umziehen nicht in Frage kommt, einen ähnlichen Gedankengang gehabt.
2. Du hast dich für Plattformen entschieden, die ausschließlich über Werbung finanziert werden, was, wie CMC es auch schreibt, durchaus auch diejenigen anlockt, die Schabernack treiben wollen - und das mit dir! Man muss sich natürlich gut überlegen, ob einem das Geld das wert ist, aber für mich persönlich ist eine Partnerschaft wirklich wichtig und wenn ich auf dem "üblichen" Weg niemanden finde, würde ich es mir gut überlegen, ob ich nicht eine Datingbörse suche, die zumindest ein bisschen was kostet. Damit sind dann die Gauner nämlich weg vom Fenster ;) (regelmäßige Kneipen- oder Discobesuche würden übrigens genauso viel kosten)

Lieber Hormontherapeut, ich habe ja schon lange mitgelesen, was bei dir so abging und glaube auch behaupten zu können, dass du ein wirklich lieber Kerl bist (und nein, bei mir ist das nicht die kleine Schwester von scheiße - meinen Freund nenne ich auch immer einen ganz lieben :) ). Ich wünsche dir wirklich, dass du noch einmal den Mut findest, die wirklich passende Onlineplattform für dich zu finden.

Und ohne dich ärgern zu wollen: Du kritisierst ein System, auf das du mit Anlauf aufgesprungen bist. Nicht, indem du es ausprobiert und kennengelernt hast, sondern indem du nach nur vier Monaten (!) aufgegeben hast! Du suchst seit Jahren eine Frau und weißt besser als ich, wie oft aus scheinbaren Chancen nichts wurde. Trotzdem hast du immer weiter gemacht und bis heute nicht aufgegeben. Aber in einem Internetportal, das du für seine Schnelllebigkeit rügst, gibst du nach so kurzer Zeit auf.
Hoffentlich kannst du bei einem weiteren Versuch länger durchhalten.
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Kratzbaum » Di 21. Jul 2015, 00:36

Schön, dass du mal wieder von dir hören lässt, Litschee, und das auch noch mit einem so ausführlichen Text, aber wieso schreibst du einen so wichtigen Satz in Klammern:
Litschee hat geschrieben:(regelmäßige Kneipen- oder Discobesuche würden übrigens genauso viel kosten)
Eine Niederlage ist keine Schande, solange der Geist sich nicht geschlagen gibt!
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Hormontherapeut » Mi 22. Jul 2015, 22:44

Hallo Litschee,

schön, dass Du mal wieder von Dir hören lässt. Wie mein Vorposter schon schrieb. :mrgreen:

Nun, die internationale Plattform okcupid habe ich ja nicht gewählt, weil sie international ist, sondern weil sie kostenlos ist und mir von der Aufmachung und dem, böse gesagt, "Frauenkatalog" am Meisten zusagte. Und damit komme ich gleich zum Thema Bezahlbörsen. Tut mir wirklich leid, aus jetziger Sicht sage ich, dass mir mein nicht gerade üppiges Geld dafür zu schade ist. Da kann der Leidensdruck noch so groß sein, ich gebe sicher kein Geld für ein Partnervermittlungsportal aus in der realistischen Einschätzung, dass ich da auch nicht besser Jemanden finde. Da spiele ich für die Monatsgebühr lieber Lotto, da ist die Gewinnchance eventuell noch höher. Und wenn die Millönchen erst mal auf dem Konto sind, dann kommen auch die Frauen. :mrgreen:

Übrigens habe aus einem Anflug von Masochismus heraus doch noch mal mein Profil bei okc reaktiviert und mit neuen Fotos gefüttert und den Profiltext geändert. Außerdem habe ich mich bei einer lokalen Berliner Börse (die sowohl kostenlose als auch "Premium" Inhalte bietet) angemeldet und auch Tinder wieder aufs Handy geladen. :roll:
Optisch habe ich mich auch verändert. Ich hab z.B. ne neue Brille, die ich zusammen mit meiner guten Arbeitskollegin ausgesucht habe und von der mir bisher jeder gesagt hat, dass ich damit um Welten besser aussehe als früher. Ich habe seit meinem letzten "Börsengang" 8kg abgenommen und auch meinen Klamottenstil mal variiert.

Momentan seh ich diesen Wiedereinstieg erstaunlich locker. Ich habe mir davon nichts erwartet und genau das ist bisher auch eingetreten. Die Veränderungen haben keinerlei positiven Effekt. Es ist immer noch genauso mühsam, überhaupt mal einen begonnenen Kontakt zu halten, Treffen sind eh nicht in Aussicht. Ich bleibe also uninteressant für das dortige Klientel. Oder besser gesagt für das weibliche Klientel im Allgemeinen, denn im "real life" tut sich ja auch einfach nichts. Auf mich geht man nicht zu und wenn ich eine Initiative versuche, dann versucht man (bzw. Frau) ihr schnellstmöglich zu entkommen.

Du kannst halt aus Scheiße kein Gold machen. Du kannst sie vergolden, aber es bleibt Scheiße. :twisted: Und ich bleibe der Anti-Mann. Tja, mir fehlt halt die Disziplin, um mir nen Sixpack anzulegen und der Bartwuchs reicht auch nicht für so ne tolle Hipster Bartfrisur. Mag leider auch nicht die tollen Hipsterklamotten von Hollister California, in die ich eh nicht reinpasse. Ich bin auch kein Weltenbummler, Rucksacktourist, 24/7 Pumper, Macho mit Weichem Kern oder was sonst noch alles von mir als Mann erwartet wird. Ich bin einfach ich und das ist zu wenig, um Jemanden für mehr als eine Kumpelfreundschaft zu begeistern. Pech gehabt.
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon LittleBitBi » Do 23. Jul 2015, 16:22

Ich denke, man muss aber auch zwischen Single-Börsen und diesen Dating-Apps unterscheiden, die jetzt so populär geworden sind.

Letztere sind in der Regel ja eher für "schnelle Bekanntschaften" gedacht, während die "richtigen" Single-Börsen schon eher darauf abzielen, eine feste Partnerschaft zu finden. Ich selbst habe mit den Single-Börsen eher gute Erfahrungen gemacht und meine Frau über eine solche gefunden - und wir sind jetzt über 10 Jahre zusammen und verheiratet!

Man darf natürlich auch keine Wunder erwarten, denn das Einzige, was dabei anders läuft, als wenn man sich "in freier Wildbahn" trifft, ist das erste Kennenlernen. Ich fand es damals praktisch zu wissen, dass mein Gegenüber auch gezielt auf der Suche ist. Außerdem schreibe ich auch sehr gerne, sodass es einfach gepasst hat.

Ob man letztlich auch wirklich zusammenpasst, wird sich (so oder so) ohnehin erst später zeigen. Da ist es dann auch egal, wie man sich am Anfang kennengelernt hat. Viele machen wahrscheinlich den Fehler, sich zuviel von solchen Börsen zu versprechen.
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Joe D. » So 26. Jul 2015, 03:25

Sei mir gegrüßt Hormonus Therapeutikus :mrgreen: schön mal wieder von dir zu hören, auch wenn Ereignisse mal wieder nicht so erfolgreich waren.

Also, ein oder zwei Anmerkungen meinerseits. Die Scheidungsrate ist in letzter Zeit tatsächlich mal wieder seit längerer Zeit gefallen, sprich mehr Leute bleiben beieinander, leider insgesamt auch weniger Hochzeiten, aber was solls. Das sollte nur eine Randbemerkung sein.

Dann wurde bereits angesprochen kostenlose Datingportale sind doch (ok ich hab echt wenig Ahnung von sowas) zumeist Schrott, oder? Erst wenn man bezahlt, bekommst du die interessanten Konntakte, oder irre ich mich da? Umsonst ist der Tod und der kostet das Leben. Hm, ok, vielleicht nicht ganz so gut der Vergleich.

Was mich mal interessieren würde, deine Berichte sind ein Quell an Eloquenz. Schreibst du die betreffenden Damen auch in dieser Manier an? Und in welchem Umfang? Und wenn dich eine anschreibt und du ihr antwortest, schreibst du ebenfalls so wie du es hier machst, oder passt du dich vielleicht ein wenig ihrem Stil an? Klar sagt man, nicht verstellen, sei authentisch, sei ehrlich, Mä... Nein, wichtig bei solchen Sachen ist doch erst mal ein klein wenig Gemeinsamkeit und wenn es die Sprache ist, warum nicht. Wenn du es geschickt anstellst findest du auf diese Weise leicht eine gemeinsame Ebene auf der es sich leichter kommunizieren lässt.

Ok, man kann jetzt dagegen halten, dass das für eine längerfristiges Engagement suboptimal sein könnte.

Ich möchte dir Mut machen. Gib nicht auf. Du bist der Marathon-Mann. Lass dir nicht von depressiven Gedanken die Laune vermiesen. Das macht es insgesamt nur schwieriger gut anzukommen. Aber das hatten wir bereits.
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Hormontherapeut » Mo 27. Jul 2015, 17:51

Joe D. hat geschrieben:Sei mir gegrüßt Hormonus Therapeutikus


Hey Joe, tolle Idee für eine Neugestaltung meines Namens! Leider zu lang für einen offiziellen Nickchange. Aber ich werde die Abkürzung "HT" zukünftig auf meinem Briefkopf als Namenszusatz führen, das sieht gewichtig aus! :mrgreen:


Joe D. hat geschrieben:Dann wurde bereits angesprochen kostenlose Datingportale sind doch (ok ich hab echt wenig Ahnung von sowas) zumeist Schrott, oder? Erst wenn man bezahlt, bekommst du die interessanten Konntakte, oder irre ich mich da?


Das kann ich nicht beurteilen, da ich noch nie einen Bezahldienst genutzt habe. Klar wird es auch Leute geben, die darüber Erfolg haben. Was ich so im Netz gelesen habe, scheint(!) die erdrückende Mehrheit jedoch auch nur ihr Geld in den Sand zu setzen und irgendwann frustriert aufzugeben.


Joe D. hat geschrieben:...deine Berichte sind ein Quell an Eloquenz. Schreibst du die betreffenden Damen auch in dieser Manier an? Und in welchem Umfang? Und wenn dich eine anschreibt und du ihr antwortest, schreibst du ebenfalls so wie du es hier machst, oder passt du dich vielleicht ein wenig ihrem Stil an?


Danke zunächst. Mir haben schon viele Leute bescheinigt, dass ich gut schreiben kann und damit auch durchaus positive Emotionen transportiere. Ich habe auf den Flirtportalen immer nach einem individuellen Ansatzpunkt in den Profilen gesucht und dann eine kurze bis mittellange Nachricht geschrieben. Vereinzelt kam auch das Feedback, dass sich meine Nachrichten doch angenehm vom üblichen "Hi Süße, wie gehts?" unterscheiden. Trotzdem schlief dann der Kontakt nach ein paar Mal hin und her schreiben ein. Daher: diese Fähigkeit ist vielleicht zur Vertiefung einer bereits vorhanden Beziehung nützlich, bei der Beziehungsanbahnung spielen sie keine Rolle.
Aus meinen subjektiven Eindrücken heraus ist es eher wichtig, dass Du aussiehst wie Ryan Gossling, Channing Tatum, Ryan Reynolds, George Clooney oder Brad Bitt. Mindestens! Du solltest mindestens einmal mit dem Rucksack um die ganze Welt gereist sein und gerade erst von der letzten Reise zurück. Überhaupt ist es gut, wenn Du mindestens 4x im Jahr an exotischen Orten warst. Aber bitte nicht da, wo der Mainstream ist. Du solltest weiterhin sportlich sein, aber auch hier nur nicht das, was alle machen. Freeclimbing am Gipfel des Mount Everst, surfen in Tasmanien, Slacklining über die Meerenge von Gibraltar - das sind Dinge, die gerade noch durchgehen. Mindestens 4 Fremdsprachen sollten es auch sein. Aber bitte nicht englisch oder französisch. Mandarin, Suaheli sind eher gangbare Ansätze. Du solltest unabhängig sein und eigentlich keine Frau brauchen, aber unbedingt verstehen, was ihre Bedürfnisse sind. Sei metro- und sapiosexuell (viel Spaß beim googlen), aber nicht, wenn Du mit ihr ins Bett gehst. Sie mag es, hart und ausdauernd rangenommen zu werden, Du bist schließlich ein Mann! Du musst nicht vermögend sein, sie ist schließlich Selbstversorger. Nein, Deine Kohle braucht man nur für die gemeinsamen Reisen und das Haus in der Toscana. Job hast Du entweder keinen, denn Du bist ein richtiger Rebell oder Du bist Chirurg. Alles ist besser als ein 9-5 Job.
Gut, es mag auch Männer mit hohen Ansprüchen geben, das will ich nicht bestreiten. Im Allgemeinen liegt die Messlatte jedenfalls heute sehr hoch.


Joe D. hat geschrieben:Ich möchte dir Mut machen. Gib nicht auf. Du bist der Marathon-Mann.


Das klingt charmant. Aber selbst dem besten Marathonläufer geht irgendwann die Puste aus, wenn er nie ans Ziel kommt. Um beim Beispiel zu bleiben: ich fühle mich wie ein Läufer, der weit abgeschlagen am Ende des Feldes einsam seine Kilometer abreißt und nicht mal mehr den Staub der restlichen Teilnehmer sieht. Auch stehen bei mir längst keine Zuschauer mehr am Rande, die mich anfeuern oder mir Mut machen. Auch weiß ich garnicht, ob ich überhaupt noch auf dem richtigen Weg bin oder in die falsche Richtung laufe. Und sehe ich dann doch mal einen Passanten, den ich fragen kann, dann dreht der sich weg, sobald er mich sieht und geht wortlos weg von mir.
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Kratzbaum » Mo 27. Jul 2015, 18:57

Ich glaube, du gehst zu zwanghaft an die Sache ran:

1. der Fortpflanzungszwang ist weg, du hast ja, soweit ich weiß, Kinder und brauchst nicht noch mehr zu machen - selbst wenn du da aus einem konservativen Haus kämst, Soll erfüllt! ;)
2. du musst nicht der perfekte Mann sein. Willst ja nicht so eine Frau, die dich nur wie eine Puppe immer dann benutzt, wenn sie dich braucht und ich bezweifle ehrlich, dass Frauen sowas wollen.
3. du brauchst auch gar nicht nach dem Weg zu fragen - und das halte ich für den wichtigsten Punkt!
Du hast eine Anstellung, mit der du gut klarkommst und die dir über die Runden hilft,
du hast Freunde oder zumindest Bekannte, mit denen du gemeinsame Interessen teilst,
du treibst Sport, der dir Spaß macht, weil er dir Spaß macht und nicht weil er hipp ist
und du hast doch einen klar erkennbaren Eigenwert, bist kreativ, gebildet, witzig -
es ist schön, wenn man eine Frau an seiner Seite hat, mit der man das teilen kann und die es zu schätzen weiß, aber du kannst doch auch mit dem zufrieden sein, was du hast!
Eine Niederlage ist keine Schande, solange der Geist sich nicht geschlagen gibt!
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Joe D. » Di 28. Jul 2015, 00:28

Aus meinen subjektiven Eindrücken heraus ist es eher wichtig, dass Du aussiehst wie Ryan Gossling, Channing Tatum, Ryan Reynolds, George Clooney oder Brad Bitt. Mindestens! Du solltest mindestens einmal mit dem Rucksack um die ganze Welt gereist sein und gerade erst von der letzten Reise zurück. Überhaupt ist es gut, wenn Du mindestens 4x im Jahr an exotischen Orten warst. Aber bitte nicht da, wo der Mainstream ist. Du solltest weiterhin sportlich sein, aber auch hier nur nicht das, was alle machen.[...] Du solltest unabhängig sein und eigentlich keine Frau brauchen, aber unbedingt verstehen, was ihre Bedürfnisse sind.


Ok, ich kann zwar bestätigen, dass dieses Weltenbummlerimage tatsächlich funktioniert. Ich habe es oft genug erlebt und wenn Frau den Eindruck hat, er braucht mich eigentlich nicht, will mich aber trotzdem, das schmeichelt den meisten weiblichen Geschöpfen auch wenn sie es niemals zugeben würden :mrgreen:

Sei metro- und sapiosexuell (viel Spaß beim googlen)


Danke, dafür reichen meine sprachlichen Fähigkeiten auch ohne Tante Google noch aus. :mrgreen: Aber hier triffst du einen wichtigen Punkt, denn gerade hier ist die Mischung wichtig. Rumzulaufen wie Harald Glööckler ist sicher nicht der Hit. Ein Mann darf durchaus auch mal strubbelig, mit Drei-Tage-Bart auftreten. Und na klar, jede Frau mag es, wenn du ihrer Intelligenz schmeichelst, auch wenn sie theoretisch auf einer Ebene mit Toastbrot anzusiedeln ist. Und hei, ich glaub es gibt schlimmeres als einen Intelligenzfetisch.

Aber da du die Messlatte ins Spiel gebracht hast, wo legst du diese bei einer Frau denn an? Und was ich nicht so ganz kapiere, du schreibst ja, deine Ausdrucksweise kommt eigentlich ganz gut an. Wie kommt es denn dann, dass die Gespräche im weiteren Verlauf so schnell versiegen? Ich kann mir das irgendwie nicht ganz damit erklären, nur weil du nicht George Clooneys Doppelgänger bist (wer ist das schon?) und du noch nicht eine wirklich ekelerregende Nacht in einem schimmligen, muffigen Bett irgendwo in der asiatischen, afrikanischen, südamerikanischen Provinz verbracht hast (gut ich liebe meine Abenteuer, aber so manche Erfahrung hätte ich mir auch gerne erspart) Und hei, solche Erfahrungen sind billig und schnell gemacht :mrgreen: wenns nur das ist. Alles was du brauchst, sind absolut kein Plan, eine ungefähre Richtung, ein Flugticket und ein Minimalbudget für Essen und Unterkunft und natürlich 4 - 6 Wochen Zeit. Ich könnte dir ein paar Routen nennen, danach kannst du Geschichten erzählen vom Feinsten.

Und hei, ganz unter uns, ein nicht geringer Teil dieser #Rucksack-um-die-Welt-Touristen (schreibt man das so?) sind total abgestürzte Gestalten, die es, wenn sie wieder hier sind, irgendwie wieder zu halbwegs normalem Aussehen schaffen und dann die tollsten Geschichten vom Stapel lassen, wobei sie eigentlich selten was anderes gemacht haben, als sich kiloweise Drogen in die Birne zu klopfen während sie auf ihrem spirituellen Trip um die Welt waren. Und letztendlich haben sie keine Ahnung von gar nichts. Aber diesen Teil ihrer Reise blenden sie meistens wohl wissend aus, denn der weitgereiste Weltenbummler verliert ganz schnell an Charme wenn er erzählen würde, wie er mit Läusen auf dem Kopf, Wanzen im Bett und 'IndianBelly' völlig stoned in einem Hostel gelegen hat, während die Überreste (Kotze im allgemeinen) vom vorangegangenen LSD-Trip auf dem Boden langsam antrocknet. Lass doch mal sowas in eine Unterhaltung einfließen :mrgreen:

(sorry, an alle Weltenbummlerkollegen, natürlich sind nicht alle so, ich weiß, aber hei, wir kennen sie alle, oder? :mrgreen: )

Ok, das ist alles nicht so ernst nehmen. Waren nur ein paar Gedanken ohne Plan zu virtuellem Papier gebracht.

Und wenn du der letzte im Feld bist. Ich werde dennoch versuchen dir Mut zu machen.
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Hormontherapeut » Di 28. Jul 2015, 10:04

@Kratzbaum:
Du hast ja im Grunde recht. Mir geht es sicher nicht so schlecht, wie ich es gerne darstelle. Aber es scheint so, dass man immer das am Meisten begehrt, was man nicht hat oder haben kann. Und dass ist momentan für mich eine Beziehung mit einer Frau. Sollte ich jemals wieder in diesen Genuss kommen, wer weiß, vielleicht wünsche ich mir dann, wieder frei zu sein. :mrgreen:

Langsam kotzt es mich halt wirklich an, in eine leere Wohnung zu kommen, am Wochenende nur vorm PC zu hocken, weil Freunde mit ihren Partnern was unternehmen und keine Zeit haben und ich mich nicht aufraffen kann, allein was zu machen.

Ich vermisse auch einfach total körperliche Nähe. Ich meine jetzt nicht nur Sex. Einfach jemanden im Arm halten, streicheln, etc. Wenn mich meine Kinder nicht umarmen würden und ab und an mal Jemand ausm Verein, ich hätte überhaupt keine Berührung mehr mit anderen Menschen. :?

@Joe D.:
Wenn ich wüsste, warum die Damen trotz aller Sprachgewandtheit das Interesse verlieren, könnte ich ja versuchen, was zu ändern. Aber man bekommt halt auch nie ein Feedback, warum kein Interesse mehr besteht.

Was meine Ansprüche angeht, so denke ich nicht, dass sie zu hoch sind. Die Frau muss sicher kein Supermodel sein von Aussehen her. Sie muss auch nicht gertenschlank sein, aber wenn es zu füllig wird, dann mag ich das irgendwann nicht mehr. Ich würde also sagen, dass ich was ganz normales suche. Aber normal will heute keiner mehr sein. :mrgreen:
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon CoolMcCool » Do 30. Jul 2015, 18:32

Sei doch nicht so oberflächlich, ob die jetzt füllig ist wenn du sie kennenlernst oder erst später füllig ist, weil sie mit Dir zusammen ist, spielt doch keine Rolle. :D

Leider habe ich Dir auch keinen neuen Rat zu erteilen, ausser all den Sachen, die ich und andere Dir schon 100 mal erteilt haben. Bist ja eh so beratungsresistent. :P

Aber eins muss ich Dir schon mal sagen, dein Weltbild bzw. Frauenbild ist ziemlich daneben. Du musst weder Action-Held, noch Abenteurer noch Super-Sportler sein um eine Frau zu finden. Das mag zwar für Einige Interessant sein, aber im wirklichen Leben zählen halt dann doch andere Attribute.
Ich denke aber eher dass du da dein Selbstbild auf die Wünsche der Frauen projezierst. Du wärst wohl gerne der Action Macho Superheld, Du bist aber der Hormi und das reicht vollkommen.
Du musst ja nicht super selbstbewusst durch die Gegend laufen aber mit dem was du bist solltest du schon klar kommen, sonst wirkt das auf andere Menschen natürlich auch nicht sehr anziehend.
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon DerVierteBoy » Do 30. Jul 2015, 20:27

Sicherlich ist das beschriebene Frauenbild ein ziemliches Extrem und auch sehr überspitzt dargestellt, aber ich denke, es steckt durchaus ein Kern der Wahrheit drin und ich denke auch, dass die Ansprüche (von beiden Geschlechtern) gerade in den letzten Jahren gestiegen sind; eben auch, weil es heutzutage (vermeintlich) leichter denn je ist, auf Partnerjagd zu gehen.

Und noch ein (zugegeben eher subjektiver) Denkanstoß; zu brav und lieb sein, hilft auf Dauer anscheinend nicht weiter. Zumindest habe ich die Erfahrung gemacht, dass "Bad Boys" (oder zumindest die, die sich für solche halten/als solche angesehen werden) einfach in jeglicher Hinsicht weiter im Leben kommen. Da ist dann zwar meist geistig nicht allzu viel vorhanden, aber mit einem mehr als gesunden Selbstbewusstsein läuft wohl einiges besser. Aber wie gesagt, das beruht auf eigenen Erfahrungen und soll nicht verallgemeinert werden. ;)
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Kratzbaum » Do 30. Jul 2015, 21:16

Auch, wenn es schon spät ist, ich muss doch bemerken, wie schön es ist, drei verschiedene Männer zu lesen und es läuft auf drei verschiedene Meinungen hinaus, aber alle sagen letztlich das Gleiche aus: Gottes Wege sind unergründlich und die Wege der Frauen auch! :lol:

Wenn das nicht eine universelle, männliche Komik ist, dann weiß ich auch nicht! :mrgreen:
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon CoolMcCool » Fr 31. Jul 2015, 08:39

DerVierteBoy hat geschrieben:Sicherlich ist das beschriebene Frauenbild ein ziemliches Extrem und auch sehr überspitzt dargestellt, aber ich denke, es steckt durchaus ein Kern der Wahrheit drin


Auf Mädels deines Alters mag das sogar zutreffen. Ich war damals auch der Kummerkasten meiner Freundinnen und gepennt haben sie mit den größten Idioten, aber auch Frauen lernen dazu, die sind mittlerweile alle mit netten Kerlen verheiratet, mit denen ich mich gut verstehe.
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Re: Kolumne #13: Online-Dating

Beitragvon Hormontherapeut » Fr 31. Jul 2015, 14:02

CoolMcCool hat geschrieben:Aber eins muss ich Dir schon mal sagen, dein Weltbild bzw. Frauenbild ist ziemlich daneben. Du musst weder Action-Held, noch Abenteurer noch Super-Sportler sein um eine Frau zu finden. Das mag zwar für Einige Interessant sein, aber im wirklichen Leben zählen halt dann doch andere Attribute.
Ich denke aber eher dass du da dein Selbstbild auf die Wünsche der Frauen projezierst. Du wärst wohl gerne der Action Macho Superheld, Du bist aber der Hormi und das reicht vollkommen.
Du musst ja nicht super selbstbewusst durch die Gegend laufen aber mit dem was du bist solltest du schon klar kommen, sonst wirkt das auf andere Menschen natürlich auch nicht sehr anziehend.


Mein Weltbild ist nicht daneben und ich projeziere auch keine heimlichen Selbstbilder auf die Frauen. Es ist einfach das, wie sich Frauen auf Singlebörsen darstellen bzw. was sie schreiben, was sie suchen. Und das deckt sich mit meinen Erfahrungen mit Frauen aus meinem Umfeld (Beruf, Sport, Freizeit). Da gibt es entweder die mit diesen Ansprüchen, oder die, die nach einer Ehe einen Hass auf alle Männer schieben oder eben verpartnert sind. Wobei ich da die Männer nicht persönlich kenne. Und das sind auch keine 18 jährigen Püppies, sondern Frauen in den 30ern bis 50ern. Die haben diese Ansprüche. Es mag sein, dass ich einfach die falschen Frauen kenne oder in den falschen Kreisen verkehre, aber das ist nunmal meine Realität.
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