Kolumne#7: Früher war alles besser?!

Nachgedacht über...

Kolumne#7: Früher war alles besser?!

Beitragvon Speer » Sa 15. Mär 2014, 02:57

Ein Junge und ein Mädchen umarmen sich und rufen laut: <Guck mal wir haben Sex.>
Im Kindergarten.
Was erstmal nicht geglaubt wird, ist aber eine wahre Geschichte.
Und dass führt bei den meisten Eltern zu Entsetzten.

Andere Szene:
Ein Junge, vielleicht 14 Jahre alt, sitzt am Computer und schaut sich Pornos an.
Plötzlich kommt seine Mutter rein, um ihn zum Abendessen zu holen.
Sie erschrickt.
Sie sieht ihren Sohn beim mastubieren, während er sich einen Porno anschaut.
Sie ist entsetzt.
Diese Geschichte ist nicht wahr, könnte aber trotzdem so passieren, unwahrscheinlich ist es jedenfalls nicht.

Wir befinden uns in einem Zeitalter, wo eine technische Innovation der nächsten folgt. Viele Möglichkeiten eröffnen sich heutzutage den Jugendlichen, die es vor zehn Jahren nicht gab.
Eltern sind überfordert und entsetzt, keiner weiß wie man mi alldem umgehen soll.

Und nun meine Frage an euch:
- Wie seht ihr dieses "Problem"?
- Was wären Lösungen für dieses "Problem"?
Bitte keinerlei Chat, icq, "möchtest du schreiben" Anfragen
Danke
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Re: Kolumne#7 Früher war alles besser?!

Beitragvon n8888f » Sa 15. Mär 2014, 14:55

Ich finde das nicht schlimm, denn der sexualtrieb ist der ausgeprägtester im Mensch, wieso sollten das 14 jährige nicht machen. Außerdem hat sowas keinen negativen Einfluss auf's erwachsen werden.
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Re: Kolumne#7 Früher war alles besser?!

Beitragvon DerVierteBoy » So 16. Mär 2014, 00:20

Wie seht ihr dieses "Problem"?


Ich stehe der Thematik mit gemischten Gefühlen gegenüber. Warum sollte man schon mit 14, 15 Jahren Sex haben? Hat man dazu später nicht noch genug Zeit? Zumal sich ja viele Jugendliche irgendwelche Möchtegern-Machos aus dem Fernsehen als Vorbild nehmen und Sex schon zur Coolness-Messlatte mutiert ist… Aber ich habe es an anderer Stelle schon mal gesagt: wer denkt, dass er reif genug für Sex ist, soll es, verantwortungsvoll, tun.

Mit den Pornos sehe ich das eigentlich ähnlich. Wenn man mit ein wenig Hirn an die Sache geht und Pornos als das sieht, was sie sind, nämlich realitätsfremde Filme, sehe ich kein großes Problem. Die andere Seite der Medaille ist hier natürlich auch wieder, dass dieses verzerrte Verhalten als Ideal angesehen und nachgeahmt wird.

Was wären Lösungen für dieses "Problem"?


Für das erste definitiv mehr Aufklärung! Sowohl von schulischer, als auch elterlicher Seite. Außerdem wäre es recht praktisch, wenn die Förderung des Bildes vom “typischen jungen Menschen, der ständig nur Party und einlochen will“ von Medien-Seite zurückgehen würde.

Für das zweite weiß ich momentan auch keine Lösung; Verbot bringt überhaupt nichts und kompletter Internet-Entzug stünde auch in keinem Verhältnis. Wenn man drankommen will, kommt man schließlich auch dran. Das zu unterbinden dürfte heutzutage also schwer sein.
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Re: Kolumne#7 Früher war alles besser?!

Beitragvon Jojo55 » So 16. Mär 2014, 09:28

DerVierteBoy hat geschrieben:Ich stehe der Thematik mit gemischten Gefühlen gegenüber. Warum sollte man schon mit 14, 15 Jahren Sex haben?

Weil sie es können?
Im 12. Jahrhundert konnten Mädchen mit 12, Jungs mit 14 heiraten. Und die Geschlechtsreife hat sich seither kontinuierlich nach vorne verschoben. Insofern sind Menschen heute beim ersten Sex vergleichsweise "alte Frauen und Männer".
Ob das nun früher besser oder schlechter war will ich jetzt nicht beurteilen.

Die andere Seite der Medaille ist hier natürlich auch wieder, dass dieses verzerrte Verhalten als Ideal angesehen und nachgeahmt wird.

Das war wohl früher besser, weil Sexualität nicht so prüde ausgelebt wurde wie heutzutage. Da war weder Bedarf für Pornografie noch für Sexualkunde. Sex, Geburt, Tod - das war alles mehr oder weniger öffentlich.

Was wären Lösungen für dieses "Problem"?
[/quote]
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Re: Kolumne#7 Früher war alles besser?!

Beitragvon Kratzbaum » So 16. Mär 2014, 10:07

Du schreibst, dass die physische Reife früher eintritt;
aber was ist mit der Psyche?

Die reift, wenn man verschiedenen Studien trauen darf, immer später aus.

Mal abgesehen davon, dass die jungen Leute jetzt nicht so viel früher Geschlechtsreif werden,
ein paar Ausnahmen mal rausgelassen,
frage ich mich wirklich, ob man es als Prüderie bezeichnen kann,
wenn einem das erste Beispiel nicht so recht gefallen mag...

Ob Jugendliche nun wirklich Hardcore-Pornos konsumieren sollten,
das kann ich jetzt schwer beantworten,
da war bei mir früher die Zugänglichkeit schlicht kaum da;
ich glaube aber schon, dass gerade zu absurde Pornos der Entwicklung von Jugendlichen nicht gerade zuträglich ist.
Spätestens dann, wenn nur noch Pornos konsumiert werden, als Ersatz für eine richtige sexuelle Beziehung
und/oder weil das Gegenüber keine Lust hatte, allzu stürmisch in die Erforschung der Sexualität zu stolpern.

Experimentiert haben die jungen Leute sicherlich schon immer,
Grenzen ausgetestet und sich von den Erwachsenen abgehoben,
das bezweifle ich nicht.

Aber ich halte es einfach nicht für richtig, dass das dann so extreme Formen annehmen muss,
das zweite Beispiel meine ich damit übrigens nicht,
eher das angesprochene Verhalten, dass mangels anderer Vorbilder Pornodarsteller adaptiert werden,
dass man da schon wie eine Karrikatur wirkt und es trotzdem völlig ernst meint.

Und um den roten Faden wieder zu finden,
das erste Beispiel, es stört mich doch schon,
wissen die Kindergartenkinder doch kaum,
wovon sie da redeten,
haben sie es wohl wahrscheinlich im Fernsehen aufgeschnappt.

Da ist das Problem allerdings natürlich eher,
dass sie wohl vor Selbigem geparkt wurden,
weniger die tatsächliche sexuelle Komponente der Aussage.


Und vielleicht passt das auch noch in das Thema,
dass man vielleicht nicht unbedingt offener wird,
wenn man in einer Gesellschaft lebt,
in der einen an jeder Werbetafel mindestens zwei Möbse, oder halbnackte, tanzende Weiber oder meinetwegen auch Kerle geradezu anspringen.
Da stumpft man doch eher ab und ist davon gelangweilt - oder?
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Re: Kolumne#7 Früher war alles besser?!

Beitragvon DerVierteBoy » So 16. Mär 2014, 11:59

Kratzbaum hat geschrieben:Dass mangels anderer Vorbilder Pornodarsteller adaptiert werden,
dass man da schon wie eine Karrikatur wirkt und es trotzdem völlig ernst meint.


Tja, nur woher sollen sie es besser wissen? Dieses "Allzeit-zum-Fick-bereit"-Bild wird doch heutzutage als vollkommen normal verkauft. Dass das wirkliche Leben nicht so ist, geschenkt. Das selber zu bemerken, ist dann aber wieder eine andere Angelegenheit.

Wenn man in einer Gesellschaft lebt,
in der einen an jeder Werbetafel mindestens zwei Möbse, oder halbnackte, tanzende Weiber oder meinetwegen auch Kerle geradezu anspringen.
Da stumpft man doch eher ab und ist davon gelangweilt - oder?


Denke ich auch. Beim ersten Mal ist man vielleicht noch überrascht, erfreut, schockiert usw., beim zweiten Mal lässt dieser Effekt schon eher nach und spätestens nach dem dritten Mal ist es nichts Besonderes mehr und lässt einen völlig kalt. So ging es mir zumindest.
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Re: Kolumne#7 Früher war alles besser?!

Beitragvon Jojo55 » So 16. Mär 2014, 12:13

Kratzbaum hat geschrieben:Du schreibst, dass die physische Reife früher eintritt;
aber was ist mit der Psyche?

Lässt man sie denn reifen? Ich denke: Nein.
Man dehnt die Kindheit eher bis zum Rentenalter aus. Das ist ein kulturelles Problem: Die Menschen dürfen nicht mehr reifen. Ein 70jähriger, der noch "jugendlich" wirkt, wird bewundert, und eine 80jährige die sich schminkt und kleidet wie ein Teenager kommt als Vorbild ins Fernsehen.

Und vielleicht passt das auch noch in das Thema,
dass man vielleicht nicht unbedingt offener wird,
wenn man in einer Gesellschaft lebt,
in der einen an jeder Werbetafel mindestens zwei Möbse, oder halbnackte, tanzende Weiber oder meinetwegen auch Kerle geradezu anspringen.
Da stumpft man doch eher ab und ist davon gelangweilt - oder?

Eben. Die Gesellschaft ist so verklemmt, dass sie tanzende Möpse und Pornos für das wahre Leben hält. Traurig.
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Re: Kolumne#7 Früher war alles besser?!

Beitragvon Lena » So 16. Mär 2014, 16:26

Jojo55 hat geschrieben:..und eine 80jährige die sich schminkt und kleidet wie ein Teenager kommt als Vorbild ins Fernsehen.


Wer denn?
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Re: Kolumne#7 Früher war alles besser?!

Beitragvon Jojo55 » So 16. Mär 2014, 18:09

Leenaa hat geschrieben:Wer denn?

Jane Fonda, Uschi Glas, Kim Basinger, Nicole Kidman.... Das Gruselkabinett von Omas die nicht alt werden dürfen lässt sich endlos fortsetzen.
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Re: Kolumne#7 Früher war alles besser?!

Beitragvon Hormontherapeut » Di 18. Mär 2014, 09:21

Ja, teilweise denke ich schon, dass früher -nicht alles, aber einiges- besser war. Wenn ich mir so angucke, wo sich unsere westliche Gesellschaft hinentwickelt in ihrem Jugend- und Schönheitswahn, in Ihrer Oberflächlichkeit und Kälte, ihrem Egoismus und Hass auf alles Fremde / Andersartige, mit ihrer Kapitalhörigkeit und der gedankenlosen unumkehrlichen Vernichtung des eigenen Lebensraumes, dann macht mir das schon Sorgen.

Sind Kinder heute früher sexuell aktiv und interessierter? Ja.
Muss ich das gutheißen? Nein.

Problem ist meiner Meinung nach, dass viele Eltern ihre Kids doch eher sich selbst überlassen und wenn überhaupt, die falschen Werte vermitteln. Eine Vierzehnjährige muss nicht schon zig Typen durchhaben und alles über Analsex wissen. Und sie muss sich nicht aufstylen wie eine 25jährige.

Ich sehe es auch so, dass es einfach mehr Aufklärung bedarf. Zum gewissen Teil kann das z.B. die Schule übernehmen, aber es ist nun mal eine originäre Aufgabe der Eltern. Wenn es da schon scheitert, sei es aus Unwissenheit, Dummheit oder Desinteresse, dann kann auch die Schule, können die Medien nicht wirklich gegen steuern. Zumal gerade die Medienlandschaft doch eher die Problematik zusätzlich befeuert, denn sind wir mal ehrlich: Moral ist dort doch eher hinderlich für die Steigerung des Umsatzes!


Und damit schließt sich für mich der Kreis. Kinder zeugen ist leicht, Kinder hingegen groß zu ziehen und die entsprechenden Werte zu vermitteln, umso schwerer. Wer sind wir denn, die wir selber all die Trends etc. konsumieren, die wir die Rettung von Kapital als alternativlos allem vorziehen? Die Frage ist doch, haben wir selbst überhaupt noch die Werte in uns, die wir von unseren Eltern mitbekommen haben? Oder sind wir schon so weit, dass wir es normal finden, dass Kinder im Netz Pornos konsumieren, Cam2Cam betreiben oder - übertrieben gesagt - jede Woche mit einer anderen Person Sex haben?
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Re: Kolumne#7 Früher war alles besser?!

Beitragvon Speer » Di 18. Mär 2014, 17:44

Mehr Aufklärung?
Glaube nicht dass das das Richtige ist.
Ich erlebe ja wie es hier ist wenn die erste Aufklärung in der Schule erst in der zehnten Klasse stattfindet und in den Familien totgeschwiegen wird.
Trotzdem werden Pornos konsumiert, allerdings kommt es nicht zu richtigen Erlebnissen.
Hier hatte von 150 Kindern ,in einer Stufe, eine Sex und die sind alle 16 Jahre alt.
Also wäre das dann besser?
Ich glaube nicht.
Mehr Praktisches im Thema Verhürung würde wahrscheinlich sehr viel besser helfen.
Wie wäre es denn zum Beispiel wenn alle Mädchen ab einem Gewissen Alter einen Pflichtbesuch beim Frauenarzt zum Thema Verhütung hätten?

Worauf ich ja sehr gespannt bin ist wie dieses Thema in 30 Jahren aussieht.
Dann sind nämlich diejenigen Eltern, die selber schon mit den ganzen Chancen der Internetpornoindustrie aufgewachsen sind.
Gruß
Speer
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