Kolumne#6: Romantische Liebe vs. Liebe durch Alltag/Wertschä

Nachgedacht über...

Kolumne#6: Romantische Liebe vs. Liebe durch Alltag/Wertschä

Beitragvon Speer » Fr 28. Feb 2014, 20:13

Wie schon oftmals erwähnt lebe ich ja zur Zeit in Indien und eine Sache ist mir dadurch schon tausendmal durch denn Kopf gegangen.
In der westlichen Welt ist eigentlich nur das Prinzip der romantischen Liebe (wüsste jetzt keinen anderen Begriff der passt). Das bedeutet das zwei Menschen sich kennenlernen und Gefühle für einander entwickeln und zwar nicht nur freundschaftlich sondern auch sich sexuell zueinander hingezogen fühlen.
Das überträgt sich auch auf Heirat etc.
Allerdings ist es nicht das einzige Konzept der Liebe das es gibt.
Viel weiter verbreitet ist nämlich das Konzept der Liebe die primär auf Wertschätzung beruht.
Dieses Prinzip ist in Deutschland eigentlich nur durch sogenannte "Arrangierte Ehen" bekannt.
Doch durch die Medien wird dies ausschließlich negativ dargestellt.
Ich hatte ebenfalls diese Einstellung bevor ich die andere Seite kennengelernt habe.
Denn darum kommt man hier einfach noch herum.
Erst mal gibt es bei einer arrangierten Ehe keine Streitereien zwischen den Familien da dies eines der Hauptkriterium bei der Auswahl ist.
Und zweitens wurde mir erzählt das Liebe auch mit dem gemeinsamen Alltag kommen kann, so schwer das auch zu verstehen ist.
Natürlich kann ich dies nicht beurteilen aber dieses Konzept wird sich nicht ohne Grund für Jahrhunderte, auch in Deutschland, gehalten haben.
Und der größte Pluspunkt ist wahrscheinlich das man bei der "Auswahl" komplett rational denken und handeln kann.
Dass heißt das man wahrscheinlich dass man im Alltag viel besser zusammen passt.

Mich hat das Ganze auf jeden Fall mächtig verwirrt und ich habe angefangen mir darüber Gedanken zu machen.
Kann man so nicht vielleicht auch glücklich leben und kann man so nicht sich selbst auch viel Schmerz ersparen?

Ich bin gespannt wie ihr das seht und ich bitte euch nur einfach mal das negative Bild in eurem Kopf einmal auszublenden.
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Re: Kolumne#6 Romantische Liebe vs. Liebe durch Alltag/ Wert

Beitragvon Kratzbaum » Sa 1. Mär 2014, 09:39

Mal ein paar Gedanken dazu:
die romantische Verbindung war wohl die Erstere,
die arrangierte Verbindung mag es in verschiedenen Ausfärbungen auch relativ zeitnah gegeben haben,
aber es handelt sich dabei eher um eine politische Handlung.

Natürlich kann man nicht sagen, wie gut das früher gehalten hat,
wie fest die Paarbindungen früher waren und ob es am Ende nicht nur noch so eine Art Vernunftbeziehung war,
weil die grausame Natur das scheitern einer Beziehung unbahmherzig bestrafte.

Nun, aber dass jemand anderes die Beiden, um die es dabei ja eigentlich geht, zusammenbringt und mehr oder minder zwingt,
das gehört in die gleiche Kategorie wie den Geiselaustausch zwischen Stämmen,
man hat mal Krieg geführt,
jetzt ist Frieden, weil entweder eine Seite gewonnen hat, oder beide Seiten am Ende ihrer Kräfte sind
und nun nimmt man einfach Menschen aus den verschiedenen Gruppen und setzt sie in die jeweils andere.
Arminius ist dafür ein gutes Beispiel, das zeigt auch, dass es mit dem Frieden nicht so weit her sein muss, danach.

Das Prinzip ist ja einfach, die Bindung zur eigenen Gruppe besteht durch die Geburt darin,
die Bindung zur Fremden entsteht durch die nähe zu ihr,
selbst in verschiedenen Göttergeschichten gibt es dafür Beispiele,
das Prinzip war also in der Vorstellung der Menschen universell.

Mit der arrangierten oder Vernunftehe verhält sich das ganz ähnlich,
es geht um Macht, Ressourcen und die Bindung zwischen Familien bzw. Gruppen.

Das Problem an der Sache ist nur, dass es über den Kopf der eigentlich Betroffenen geht,
dabei geht es nicht darum, jemanden zu verkuppeln,
man stellt nicht nur vor und gibt Schubser in die gewollte Richtung,
man klatscht es einfach hin.

Dass das nicht immer sinnvoll ist,
zeigen historische arrangierte Ehen wie die Friedrichs des Großen,
wo beispielsweise Königshäuser ihre Macht verbinden wollen
und dann letztlich am fehlenden Nachwuchs scheitern.

Die fehlende Leidenschaft kann nachkommen,
sie muss es aber nicht,
die Wertschätzung kann zwischen Beiden vorhanden sein,
aber nur weil die Familien sich gut verstehen,
muss das auch nicht zwischen den Kindern entstehen.

Und da ist eben das Problem:
Liebe ist nichts, das einfach so aufgerufen werden kann,
entweder sie ist möglich oder sie ist nicht möglich,
sie kann unterschiedlich schnell entstehen und auch wieder verschwinden.


Die eigentlichen Vorteile, die dem Machterhalt oder Erhalt des Reichtums der Familie,
die lassen sich viel besser durch nachhaltige Erziehung des Nachwuchses erreichen,
um es metaphorisch auszudrücken: eine schlecht geschmiedete Klinge lässt sich nicht dauerhaft gut dängeln!
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Re: Kolumne#6 Romantische Liebe vs. Liebe durch Alltag/ Wert

Beitragvon LittleBitBi » Di 4. Mär 2014, 09:45

speer hat geschrieben:Erst mal gibt es bei einer arrangierten Ehe keine Streitereien zwischen den Familien da dies eines der Hauptkriterium bei der Auswahl ist.


Das musst du mal näher erklären.

Dass heißt das man wahrscheinlich dass man im Alltag viel besser zusammen passt.


Ob man im Alltag zusammenpasst und harmoniert, ist doch eigentlich unabhängig vom Verhältnis zueinander. Ob man nun jemanden liebt oder es nur mit einem Arbeitskollegen oder sonstigem zu tun hat, spielt doch dabei eher eine untergeordnete Rolle. Es müssen zwei unterschiedliche Charaktere zusammenpassen.

Kann man so nicht vielleicht auch glücklich leben und kann man so nicht sich selbst auch viel Schmerz ersparen?


Ich denke, es muss jeder für sich selbst entscheiden, womit er glücklich ist. Mir würde es z.B. nicht reichen, wenn mich meine Frau nur "ganz nett" finden würde. Ich bin froh, dass ich eine Beziehung führe, in der ich Liebe empfinde und erfahre.
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Re: Kolumne#6 Romantische Liebe vs. Liebe durch Alltag/ Wert

Beitragvon Speer » Sa 8. Mär 2014, 10:16

So vorab erst mal will ich mich entschuldigen dass ich so lange nicht geantwortet habe.
Hatte es schon mehrmals getippt und dann kommt ein Stromausfall und alles ist weg.
Aber jetzt habe ich Zeit dass zu ändern.

Zur ersten Frage warum es in einer arrangierten Ehe zu weniger Streit zwischen den Familien kommt, muss man erst einmal verstehen dass eine arrangierte Ehe eigentlich immer von den Eltern arrangiert wird.
So hat man oft dass diese Ehen zwischen den befreudeten Ehepaaren schon im Kimdergartenalter ausgemacht.


Und jetzt noch mal ein paar Sachen:
- Eine arrangierte Ehe wird fast nie zu einer Scheidung führen weil diese Ehe eher als Verbindung zwischen zwei Familien ist.
- Das alles klingt zwar nach keiner Liebe aber da ich nun auch solche Ehepaare kenne wurde mir aufrichtig versichert dass es doch zu einem Gewissengrad der Wertschätzung kommt.
- Trotzdem finde ich selber dass Konzept der Romantischen Liebe besser

Und jetzt zu Kratzbaum
Dass man die arrangierte Ehe mit einem Geiselaustausch vergleicht finde ich schonmal recht unpassend.
Und ich gebe dir mal etwas zum Nachdenken, denn ich glaube, kein Vorwurf war dass selbe bei mir, dass du zu sehr von dem Bild der Medien geprägt.
Meine Gasteltern sind verheiratet und es war eine Romantische Liebe.
Nun sagen diese aber dass falls ihr Sohn keine Liebe findet sie dann später eine Ehe arrangieren würden.
Das heißt dass es in Indien keine Absolute Beginners gibt.

Denk mal drüber nach
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Re: Kolumne#6 Romantische Liebe vs. Liebe durch Alltag/ Wert

Beitragvon Kratzbaum » Sa 8. Mär 2014, 12:37

>- Eine arrangierte Ehe wird fast nie zu einer Scheidung führen weil diese Ehe eher als Verbindung zwischen zwei Familien ist.<

Das ist faktisch Blödsinn, weil es davon ausgeht, dass die Verbindung auf einer gesellschaftlichen Basis steht, und damit stabiler ist,
sie basiert aber auf einer instinktiv geprägten Paarbindung,
was kann man nicht künstlich erzwingen kann.

Weißt du, was effektiver wäre?
Scheidungen zu verbieten,
das fände sogar auf einer gesellschaftlich höheren Ebene statt,
würde eine Trennung nicht nur Familiäre, sondern sogar gesellschaftliche Ächtung produzieren -
nur eben echt wäre das dann auch nicht,
wenn man mit Druck versucht, etwas zu verbinden, was nicht zusammen gehört.

Das heißt nicht, dass arrangierte Beziehungen automatisch lieblos sein müssen,
ebensowenig müssen Liebesbeziehungen aber von den Familien mit Missmut betrachtet werden.

Außerdem können Familien sich auch nachträglich zerstreiten,
nur weil man die Feuertaufe bei den Schwiegereltern weglässt.

>- Das alles klingt zwar nach keiner Liebe aber da ich nun auch solche Ehepaare kenne wurde mir aufrichtig versichert dass es doch zu einem Gewissengrad der Wertschätzung kommt.<

Ich schätze ein gutes Werkzeug wert ebenso wie ein gutes Mahl,
einen schönen oder sogar triumphalen Moment kann man auch wertschätzen,
ohne Wertschätzung geht es im Leben nicht oder nicht gut,
aber das ist nicht die einzige Grundlage einer Beziehung.

Gegenseitige Anziehung, die Bindung auf molekularer Ebene quasi, ist diese Basis,
gesellschaftliche Zwänge sind bloß das Drumherum
und wie gesagt, Hammerschläge allein können keine zwei untauglichen Werkstoffe verschweißen!

Und was Familien und Paare nach außen vorgeben,
egal in welcher Kultur,
muss nicht immer der Wahrheit entsprechen,
aus Erfahrung bin ich ohnehin immer sehr misstrauisch,
wenn sich etwas einfach zu gut anhört!

>Und jetzt zu Kratzbaum
Dass man die arrangierte Ehe mit einem Geiselaustausch vergleicht finde ich schonmal recht unpassend.<

Historisch gesehen ist es das wohl kaum,
vielleicht ist dein Bild davon von den Medien geprägt,
ich rede nicht von dem Austausch gefangener Soldaten,
ich rede von dem Austausch von Gruppenmitgliedern,
die sich dann in die andere Gruppe integrieren mussten.

Hat es wohl schon bei den lockeren Stammesgemeinschaften der Eiszeit gegeben,
mitunter um Inzucht zu vermeiden und nicht nur wegen Friedensschlüssen.

Wo soll der Unterschied sein?

In beiden Fällen sagt jemand Anderes, wen ein Individuum zu mögen hat
und zwar nicht im weitesten Sinne,
sondern in engster Definition!

>Und ich gebe dir mal etwas zum Nachdenken, denn ich glaube, kein Vorwurf war dass selbe bei mir, dass du zu sehr von dem Bild der Medien geprägt.<

Mein Bild ist nicht von den Medien geprägt,
es sei denn, man sieht den subjektiven Aspekt der Geschichtsschreibung als direkte Propaganda an.

Allerdings scheinst du stark von deinem Umfeld geprägt zu sein,
mal eine Vermutung meinerseits:
du hast in letzter Zeit mit deiner versteckten Romanze sehr stark unter einer sozialen Bedrohungslage gelitten,
könnte es nicht sein, dass du das nun unbewusst in ein Bedürfniss nach Ordnung und Frieden auf gesellschaftlicher/familiärer Ebene hast!?

Die Stabilität der Beziehungen ist schließlich erzwungen,
damit bleibt die, wohlgemerkt angebliche, Harmonie zwischen den Familien das einzige Argument.

Das ist aber nichts, was sich nicht mit eisernem Schweigen lösen ließe,
oder einer handfesten Schlägerei,
je nach Situation vertragen sich Menschen erst danach,
sind übrigens Funktionsweisen, die noch althergebrachter sind als arrangierte Ehen
und damit auf einer noch stabileren, instinktiven Grundlage basieren!

>Meine Gasteltern sind verheiratet und es war eine Romantische Liebe.
Nun sagen diese aber dass falls ihr Sohn keine Liebe findet sie dann später eine Ehe arrangieren würden.<

So etwas gibt es hier doch aus:
wenn der Nachwuchs Schwierigkeiten bei der Partnersuche hat,
kommen die Eltern schnell mit diesem oder jenem bzw. dieser oder jener
und stellen einander vor,
ist bei uns nur zwangloser und man nennt es Verkuppeln.

Und ob Eltern nun mehr oder weniger Einfluss auf die Partnersuche haben
und dann eben zur Not versuchen, das Schwiegerkind zu vergraulen,
wo ist da der Unterschied?

Außer darin, dass man dann der Natur oder den Göttern etwas mehr Vertrauen schenkt?

>Das heißt dass es in Indien keine Absolute Beginners gibt.<

Schwachsinn, das heißt nur, dass Eltern in der Regel immer bemüht sind,
dass ihr Nachwuchs nicht alleine bleibt,
sie also einfacher gesagt Enkel bekommen!

Aber trotz solcher Mühen wird ein Hundehaufen kein Schokokeks
und ohne diese Bemühungen ist ein Schokokeks kein Hundehaufen!


Es bleibt dabei: es gibt Gründe, warum es so etwas gibt,
aber du färbst da meiner Meinung nach viel zu schwarz weiß -
zu einer Beziehung gehört immer Arbeit, in schweren Zeiten um so mehr,
da ist es völlig egal, was die Eltern dazu zu sagen haben!
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Re: Kolumne#6 Romantische Liebe vs. Liebe durch Alltag/ Wert

Beitragvon Speer » Sa 8. Mär 2014, 17:24

Kratzbaum hat geschrieben:Das ist faktisch Blödsinn, weil es davon ausgeht, dass die Verbindung auf einer gesellschaftlichen Basis steht, und damit stabiler ist,
sie basiert aber auf einer instinktiv geprägten Paarbindung,
was kann man nicht künstlich erzwingen kann.


Falsch es ist in der Theorie Blödsinn aber faktisch ist richtig.

Kratzbaum hat geschrieben:Weißt du, was effektiver wäre?
Scheidungen zu verbieten,
das fände sogar auf einer gesellschaftlich höheren Ebene statt,
würde eine Trennung nicht nur Familiäre, sondern sogar gesellschaftliche Ächtung produzieren -
nur eben echt wäre das dann auch nicht,
wenn man mit Druck versucht, etwas zu verbinden, was nicht zusammen gehört.


Ist ja teilweise so.
Oder es ist halb verboten.
Dann leben die Menschen aber einfach nicht mehr zusammen.
Dass wirst du aber so gut wie gar nicht in Indien finden.
Das heißt nicht, dass arrangierte Beziehungen automatisch lieblos sein müssen,
ebensowenig müssen Liebesbeziehungen aber von den Familien mit Missmut betrachtet werden.

Kratzbaum hat geschrieben:Außerdem können Familien sich auch nachträglich zerstreiten,
nur weil man die Feuertaufe bei den Schwiegereltern weglässt.


Können ja, wenn es aber im Sandkastenalter schon ausgemacht wurde gibt es dafür vorher schon genügend Zeit, so etwas vorherzusehen.

Kratzbaum hat geschrieben:Ich schätze ein gutes Werkzeug wert ebenso wie ein gutes Mahl,
einen schönen oder sogar triumphalen Moment kann man auch wertschätzen,
ohne Wertschätzung geht es im Leben nicht oder nicht gut,
aber das ist nicht die einzige Grundlage einer Beziehung.

Gegenseitige Anziehung, die Bindung auf molekularer Ebene quasi, ist diese Basis,
gesellschaftliche Zwänge sind bloß das Drumherum
und wie gesagt, Hammerschläge allein können keine zwei untauglichen Werkstoffe verschweißen!

Und was Familien und Paare nach außen vorgeben,
egal in welcher Kultur,
muss nicht immer der Wahrheit entsprechen,
aus Erfahrung bin ich ohnehin immer sehr misstrauisch,
wenn sich etwas einfach zu gut anhört!


Es kann ja sein dass man nach außen den guten Schein wahren will, aber zu einer Person die Monate in der Familie ist und als Familienpart angesehen wird?
Ich glaube da kann man nichts vormachen.


Kratzbaum hat geschrieben:Historisch gesehen ist es das wohl kaum,
vielleicht ist dein Bild davon von den Medien geprägt,
ich rede nicht von dem Austausch gefangener Soldaten,
ich rede von dem Austausch von Gruppenmitgliedern,
die sich dann in die andere Gruppe integrieren mussten.

Hat es wohl schon bei den lockeren Stammesgemeinschaften der Eiszeit gegeben,
mitunter um Inzucht zu vermeiden und nicht nur wegen Friedensschlüssen.

Wo soll der Unterschied sein?

In beiden Fällen sagt jemand Anderes, wen ein Individuum zu mögen hat
und zwar nicht im weitesten Sinne,
sondern in engster Definition!



Das ist aber nicht dasselbe, denn bei einem Geiselaustausch leben diese Geiseln abgeschottet von ihrer Familie/Stamm.
Das ist aber bei einer arrangierten Ehe nicht gegeben.


Kratzbaum hat geschrieben:Mein Bild ist nicht von den Medien geprägt,
es sei denn, man sieht den subjektiven Aspekt der Geschichtsschreibung als direkte Propaganda an.

Allerdings scheinst du stark von deinem Umfeld geprägt zu sein,
mal eine Vermutung meinerseits:
du hast in letzter Zeit mit deiner versteckten Romanze sehr stark unter einer sozialen Bedrohungslage gelitten,
könnte es nicht sein, dass du das nun unbewusst in ein Bedürfniss nach Ordnung und Frieden auf gesellschaftlicher/familiärer Ebene hast!?


:lol:
ich habe seit mehr als zwei Monaten keinen Kontaktmehr und es ist gut so.
Von daher wage ich zu behaupten dass ich nicht in einer sozialen Bedrohungslage bin.
Allerdings will ich Frieden und Stabilität in meiner Familie aber dass ist nichts neues und da gab es schon wesentlich schlimmere Phasen.

Kratzbaum hat geschrieben:Die Stabilität der Beziehungen ist schließlich erzwungen,
damit bleibt die, wohlgemerkt angebliche, Harmonie zwischen den Familien das einzige Argument.

Das ist aber nichts, was sich nicht mit eisernem Schweigen lösen ließe,
oder einer handfesten Schlägerei,
je nach Situation vertragen sich Menschen erst danach,
sind übrigens Funktionsweisen, die noch althergebrachter sind als arrangierte Ehen
und damit auf einer noch stabileren, instinktiven Grundlage basieren!


Das alles ist aber nur der Fall, wenn die Ehepartner sich hassen und das ist in den wenigsten Fällen so.

Und nochmals ich bin für eine Romantische Liebe.
So bin ich groß geworden und dass finde ich auch richtig.

Gruß
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Re: Kolumne#6 Romantische Liebe vs. Liebe durch Alltag/ Wert

Beitragvon Kratzbaum » Sa 8. Mär 2014, 18:35

>Falsch es ist in der Theorie Blödsinn aber faktisch ist richtig.<

Was du beobachtest ist kein echter Beweis,
es ist einfach nur kosmetischer Natur.

Außenstehende können eine schlechte Beziehung nicht sehen,
wenn der Konflikt nicht lautstark nach außen getragen wird
und genau da ist das Problem:
wenn das Paar sich nur aufgrund eines Familienzwangs zusammenfügt und auch nur aufgrund dieses Zwanges zusammen ist,
wird es nie und nimmer den sozialen Status der Familie gefährden,
indem es den Konflikt offen zeigt.
Eben damit sich die Leute nicht das Maul zerreißen.

Mag sein, dass es funktionierende Paare gibt,
dazu gehört dann aber schlicht mehr als Wertschätzung,
dann trifft das Wort "Verkuppeln" es auch mehr,
denn dann sind Beide nicht bloß zusammen, weil Mami und Papi das verlangen!

>Ist ja teilweise so.
Oder es ist halb verboten.
Dann leben die Menschen aber einfach nicht mehr zusammen.
Das wirst du aber so gut wie gar nicht in Indien finden.<

Wenn jemand mit jemandem nur zusammen ist,
weil eine Trennung geächtet oder bestraft würde,
dann sind beide kein echtes Paar, dann sind sie nur eine standesgemäße Ansammlung von Menschen.

Und wieso sollten sie zwingend getrennt leben,
wenn sie kein Liebespaar sind?

Zusammen leben tut man auch im Ferienlager,
das muss nichts heißen,
insbesondere nicht, wenn die psychologische Hand der Eltern dauernd im Nacken hängt...

>Können ja, wenn es aber im Sandkastenalter schon ausgemacht wurde gibt es dafür vorher schon genügend Zeit, so etwas vorherzusehen.<

Das kann keiner vorhersehen,
sonst wäre das Leben um so einfacher!

Vielleicht hast du sowas noch nicht erlebt,
aber ganze Sippschaften können sich scheinbar aus dem Nichts verfeinden,
die können sich früher gut verstanden haben, dann ändern sich die Menschen und plötzlich knallts...

Und davon, schon Kinder, also kleine Kinder, zwangszuverheiraten und wenn es auch zeitversetzt in der Zukunft erst wirklich passiert,
davon halte ich rein garnichts, das kommt mir - von Medien und Konsorten unabhängig - fast schon für krank vor!

Wenn man schon nicht sagen kann, ob man mit der anderen Sippschaft nicht irgendwann verfeindet ist,
wie soll man wissen, ob zwei Kinder in zehn bis fünfzehn Jahren noch gut zusammenpassen!?

Wäre es da nicht sinnvoll, ein Kind so zu erziehen,
dass es später einmal psychisch und sozial so reif ist,
dass es ein gutes Gegenstück findet?
Wäre eine gute, ausgewogene Erziehung nicht auch am Ehesten ein Garant dafür,
dass man sich mit seinem Kind auch in Dekaden noch verträgt und mit dessen Freund/Freundin und den Schwiegereltern?

>Es kann ja sein dass man nach außen den guten Schein wahren will, aber zu einer Person die Monate in der Familie ist und als Familienpart angesehen wird?
Ich glaube da kann man nichts vormachen.<

Es soll nicht möglich sein, eine heile Welt vorzugaukeln -
insbesondere wenn man unter sozialen Zwängen steht!?

Es würde mich doch stark Wunder tun,
wenn es in Kulturen mit arrangierten Ehen so viel anders sein könnte,
als bei uns.

Insbesondere wenn du als Außenstehender,
der so lange nicht dabei ist und sich nicht so schnell in die "Dorfgemeinschaft" eingliedern kannst,
da mit deiner subjektiven Sichtweise drauf schaust!

>Das ist aber nicht dasselbe, denn bei einem Geiselaustausch leben diese Geiseln abgeschottet von ihrer Familie/Stamm.
Das ist aber bei einer arrangierten Ehe nicht gegeben.<

Das ist eine sehr einseitige und starre Sichtweise,
die Friedensgeiseln sind keine Gefangenen im eigentlichen Sinne,
man besiegelt den Frieden nicht mit solchen Opfern,
wenn man keinen Kontakt und keine Verbrüderung mit dem Anderen will.

Aber während dieser erzwungene Umzug nicht zwingend den Kontakt zu den "eigenen Leuten" ausschließt,
ist es in vielen Kulturen nicht unüblich, dass wenigstens einer der Ehepartner zumindest für eine gewisse Zeit von seiner eigenen Familie getrennt lebt...

Ich will den Geiselaustausch gar nicht romantisieren,
aber ich sehe bei dir eben die Tendenz,
das mit der arrangierten Ehe zu tun;
das Beispiel diente auch nur zur Verdeutlichung:
beides beinhaltet die erzwungene Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe,
beides bedeutet nicht, dass es schließlich auch zu einer Verbrüderung kommt!

>ich habe seit mehr als zwei Monaten keinen Kontaktmehr und es ist gut so.
Von daher wage ich zu behaupten dass ich nicht in einer sozialen Bedrohungslage bin.
Allerdings will ich Frieden und Stabilität in meiner Familie aber dass ist nichts neues und da gab es schon wesentlich schlimmere Phasen.<

Meine Theorie war folglich nicht falsch, nur die Hintergrundgeschichte ist eine Andere! :mrgreen:

>Das alles ist aber nur der Fall, wenn die Ehepartner sich hassen und das ist in den wenigsten Fällen so.<

Mit Schlägerei meinte ich eigentlich, dass sich die Familienangehörigen prügeln,
nicht die Ehepartner - und dafür muss man sich nun wirklich nicht hassen! ^^

>Und nochmals ich bin für eine Romantische Liebe.
So bin ich groß geworden und dass finde ich auch richtig.<

Was mich etwas verwirrt: wieso sprichst du dann so dafür?


Nebenbei bemerkt: es wäre doch toll, wenn sich noch mehr User an der Diskussion beteiligen würden, oder?
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Re: Kolumne#6 Romantische Liebe vs. Liebe durch Alltag/ Wert

Beitragvon Speer » So 9. Mär 2014, 18:02

Lieber Kratzbaum ich glaube diese Diskussion führt zu keinem Ende.
Stattdessen werde ich nur noch kurz die Dinge über mich beantworten wo du herumvermutest.

Also als erstes denke ich mal dass jedes Kind wo die Eltern getrennt leben sich irgendwo wünscht dass sich alles wieder zum guten verändert.
Bei mir wünsche ich mir es aber nicht nur es wird besser.
Falls dich die genauen Umstände interessieren kann ich das ja mal als PN schicken.

Und der Grund dass ich dafür spreche ist, wie gesagt am Anfang, der dass ich denke dass viele ein falsches Bild von dieser Form der Ehe habe. Und ich denke, dass man dieses Bild verändern muss, damit sich die verschiedenen Kulturen dieser Welt besser verstehen.

Das verändert aber nichts daran dass ich selber ein Fall für die Romantische Liebe bin. ;)

Und es würde mich wirklich freuen wenn sich auch andere an dem Thema beteiligen.

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Re: Kolumne#6 Romantische Liebe vs. Liebe durch Alltag/ Wert

Beitragvon Kratzbaum » So 9. Mär 2014, 18:20

Oh, da verstehst du mich falsch,
es ging mir in diesem Zusammenhang nicht darum,
dich in anderem Licht dastehen zu lassen,
es basierte viel mehr auf deiner Aussage.

Da du dachtest, ich wäre medial beeinflusst,
aber ich hatte einige Beispiele aus der Geschichte angeführt.

Ich wollte damit nur die subjektive Ebene deiner Wahrnehmung verdeutlichen,
um es kurz und knackig zu formulieren: deinen Hintergrund.


>Und es würde mich wirklich freuen wenn sich auch andere an dem Thema beteiligen.<

Dem kann ich allerdings uneingeschränkt zustimmen! ;)

Nur nicht so schüchtern,
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Re: Kolumne#6 Romantische Liebe vs. Liebe durch Alltag/ Wert

Beitragvon Litschee » Fr 21. Mär 2014, 00:18

Die grundsätzliche "Zwangsheirat" wäre absolut nichts für mich. Meine Eltern können toll finden, wen sie wollen, das heißt nicht, dass ich mit demjenigen mein Leben verbringen kann und will.

Eine etwas abgespecktere Version davon wäre allerdings durchaus etwas, was zumindest in den Köpfen der Menschen meiner Meinung nach wieder Fuß fassen sollte: Sich darüber im Klaren zu sein, dass wenn man eine Beziehung eingeht, diese Beziehung auf Langzeit angelegt ist und man nicht einfach so Schluss machen kann, weil man gerade nicht mehr so glücklich ist.
Der Vorteil von einer arrangierten Ehe ist also meiner Meinung nach der gesellschaftliche Druck, der mit einer Heirat einhergeht. Versteht mich nicht falsch, ich will nicht, dass man mit jemandem verheiratet bleibt, der einen schlägt, betrügt, oder sonst wie richtig daneben verhält. Aber bei vielen Paaren frage ich mich, ob sie nicht miteinander glücklich sein könnten, wenn sie mit dem Gedanken an die Beziehung gehen, dass sie nicht einfach Schluss machen können, sondern mit dieser Person (bis zum Ende ihres Lebens) zusammen bleiben.
Möglicherweise hat man nämlich dann die Chance, die guten Seiten der Beziehung zu suchen und sich vor Augen zu halten, um schlechte Zeiten zu überstehen.

So viel noch dazu: Meine Großeltern sind bis heute glücklich miteinander verheiratet. Es gibt zwar Tage, an denen sie sich umbringen könnten, aber jeder weiß, dass sie sich im Grunde genommen gegenseitig brauchen und immer füreinander da sind. Ich bin mir aber sicher, dass auch sie schon Zeiten hatten, in denen sie sich am liebsten hätten scheiden lassen - was sie vermutlich vor allem wegen dem gesellschaftlichen Druck, der zu ihren Zeiten ja noch deutlich krasser war, als heute, nicht getan haben ;)
In Deutschland nennen sie es "Jugend sucht". In England nennen sie es "Petting".
Wenn Stiftung Warentest einen Vibrator testet, ist dann "befriedigend" besser, als "gut"?
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