Das TdM im September: Generation SEX

Mal was anderes: Themen-Diskussion ohne Spam und blöde Sprüche :)

Beitragvon Chris1407 » Di 2. Sep 2008, 14:58

Zu Jojos Beitrag fällt mir gerade ein, dass es eine Kultur in Südamerika gibt, wo die Eltern ihre Kinder befriedigen. Das wirkt sich nicht unbedingt schlecht auf der Entwicklung aus.
Ich würde ja jetzt gern eine Quelle dazu angeben, aber das hat meine Dozentin nur mal erzählt.
Also ich würde die angebliche "Gerneration Sex" jetzt auch nicht überbewerten. Ich finde es soagr sehr gut, dass immer offener mit der Sexualität umgegangen wird und nicht immer alles nur heimlich hinter verschlossen Türen geschieht.
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Beitragvon wixprof » Di 2. Sep 2008, 15:11

fällt mir gerade ein, dass es eine Kultur in Südamerika gibt, wo die Eltern ihre Kinder befriedigen


Soweit wollen wir es doch nicht kommen lassen. Ein lockerer Umgang mit Sexualität ist sich gut aber das lieber nicht
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Beitragvon der letzte Romantiker » Di 2. Sep 2008, 15:11

Es wird offen mit Sexualität umgegangen, schön und gut. Aber wie ehrlich und umfassend ist dieser Umgang wirklich?

Ich sehe da eher ein Wetteifern unter den Jugendlichen. Wer, wann, wie früh, wie oft....

Verhütung, respektvoller Umgang miteinander, Gefühle, all diese Aspekte kommen zu kurz so wohl in der Erziehung vieler Kinder als auch in der Schule, von den Medien ganz zu schweigen.
Zuletzt geändert von der letzte Romantiker am Di 2. Sep 2008, 15:12, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Totgeliebt » Di 2. Sep 2008, 15:23

der letzte Romantiker schrieb:
Es wird offen mit Sexualität umgegangen, schön und gut. Aber wie ehrlich und umfassend ist dieser Umgang wirklich?

Ich sehe da eher ein Wetteifern unter den Jugendlichen. Wer, wann, wie früh, wie oft....

Verhütung, respektvoller Umgang miteinander, Gefühle, all diese Aspekte kommen zu kurz so wohl in der Erziehung vieler Kinder als auch in der Schule, von den Medien ganz zu schweigen.



Kann ich dir auch nicht zustimmen.
Auch das halte ich für Einzelfälle. Bei uns hat keiner von seinem ersten Mal erzählt, viele sind noch Jungfrau. Das Thema ist einfach zu sehr auf Einzelfälle bezogen würde ich sagen. Man nimmt eine "Gang" aus einem sozialschwachem Bezirk und spiegelt damit alle Jugendlichen wieder. Ich glaube die Jugend von heute kann genauso lieben wie die von früher.
Ich sehe auch kein Problem darin, wenn man zu hohe Erwartungen ans erste mal durch Pornokonsum hat. Denn wo ist das Problem, wenn man mal enttäuscht wird? "learning by doing" würde ich sagen.

Und glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast :!:
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Beitragvon Chris1407 » Di 2. Sep 2008, 15:24

wixprof schrieb:
fällt mir gerade ein, dass es eine Kultur in Südamerika gibt, wo die Eltern ihre Kinder befriedigen


Soweit wollen wir es doch nicht kommen lassen. Ein lockerer Umgang mit Sexualität ist sich gut aber das lieber nicht


Das wollte ich damit auch nicht zum Ausdruck bringen. Weiß Gott nicht. Das find ich ekelhaft, wenn ich mir vorstellen würde, wie meiner Mutter... :?
Ich wollte es nur dahin gehend anbringen, dass auch in älteren Kulturen früh mit der Sexualität begonnen wird.
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Beitragvon der letzte Romantiker » Di 2. Sep 2008, 15:33

Da machst dus dir zu einfach. In der Extremität , wie bei den 14 jährigen Mädchen, sind das bestimmt Randerscheinungen.

Aber der Umgang mit Sexualität hat sich verändert. Da ist viel mehr Leistungsdruck im Spiel und viel mehr falsche Information. Und das führt dann eben dazu, dass Jugendliche sich quasi dazu genötigt fühlen, immer früher immer mehr zu testen.

Ich habe selbst solche Personen im Freundeskreis. Mit 18-19 haben sie sich bereits verbraucht gefühlt und es im Nachhinein bereut.
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Beitragvon wixprof » Di 2. Sep 2008, 15:53

Ich sehe da eher ein Wetteifern unter den Jugendlichen. Wer, wann, wie früh, wie oft....


War das bei Dir nicht so? Ich kann mich noch gut erinnern. Das war die reinste rumgepralle wer als erste und warum man mit 16 noch nie mit nem Mädel was hatte usw.
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Beitragvon LayaYana » Di 2. Sep 2008, 15:54

übrigens weiß fast niemand, was eine gute und gesunde sexualentwicklung sein sollte, da sind sich die psychologen doch sehr uneins und die meinungen ändern sich eh alle paar jahre. man kann nur sagen, womit man in der heutigen gesellschaft gut fährt, und was die gängigen mralvorstellungen sind und ob das verhalten dazu passt.

ich halte sehr viel davon, kinder selbstverantwortlich zu erziehen, aber nunja, macht halt eigentlich keiner ;) aber dazu würde auch eigenverantwortlicher umgang mit sexualität gehören. und wenn das halt heißt, dass da ne phase wildes rumvögeln dazu gehört, dann sollen die jungen leute ruhig machen. ihr könnt mir ja nicht sagen, dass das keinen spaß macht ;)

was eher ein problem ist, das zum leiden führt, ist die falsche aufklärung in form von medien. da sucht man sich infos aus dem internet, schaut täglich kurze pornos an und bekommt im fernsehen einen leistungsdruck vermittelt. das ist halt etwas, dass meinen ansichten von sexualtität widerspricht. und ich denke, in anderen gesellschaften kann man so vielleicht tatsächlich eine schöne sexualität und tolle beziehungen entwickeln aber nicht in dieser. das entwickelt sich dann erst später, wenn man sich ein wenig von dem gelöst hat, was man in der jugend gelernt hat. aber dazu ist die pubertät ja eigentlich eh da, oder ;)

@romantiker: ja, vielleicht fühlen die sich mit 18 verbraucht, und mit 25 wieder topfit und freuen sich so eine wilde jugend gehabt zu haben ^^
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Beitragvon gigaklein » Di 2. Sep 2008, 15:56

Was bleibt einem Elternteil, wenn es sich einerseits sehr viel förderlicher als früher aber auch zeitgemäß verantwortungsbewusst der "Sexualerziehung" der Kids zuwenden will?
Ich habe mir, nicht zuletzt seit ich hier "Zeuge" des Forumsgeschehens bin, meine vorausplanenden Gedanken gemacht.
Klar, ich würde meine U3-Kids schon nicht vor das TeleTubbi-TV setzen, weil sie dort außer *O_Oh* ohnehin nichts Gescheites lernen könnten.

Aber juristisch kann ich meine heranwachsenden Kids nicht sexuell über ein "Blümchen-Maß" aufklären, wenn ich nicht Gefahr laufen will, dass mir die Erziehungsberechtigung entzogen werden könnte.
Also kann ich den Kids allenfalls "heimlich" z.B. diese Foren-URL zuspielen und warten, was sie damit anfangen können.

Wie ich mich kenne, würde ich dann hin und wieder kommentieren, dass man diesen oder jenen User bitte nicht allzu ernst nehmen sollte, weil...

Praktisch demonstrieren kann ich nichts - außer liberal und "öffnend" zu sein und verantwortungsbewusst eine Begleitszenario abzugeben, bleibt mir nicht viel übrig.
Natürlich kann man die typische Elternformulierung abgeben: "Wenn du Fragen dazu hast, kannst du dich jederzeit an mich wenden!"
Nur, welche Kids ziehen diese Elternbefragung der Internet-Information (ohne Fragen) vor?
Ich vermute, meine Kids würden sich dafür "bedanken" - sie können ja nicht wissen, wie "gebildet" ich bin ;)
Im Zweifel eben trotzdem...
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Beitragvon Möchti » Di 2. Sep 2008, 15:56

der letzte Romantiker schrieb:

Aber der Umgang mit Sexualität hat sich verändert. Da ist viel mehr Leistungsdruck im Spiel und viel mehr falsche Information. Und das führt dann eben dazu, dass Jugendliche sich quasi dazu genötigt fühlen, immer früher immer mehr zu testen.



Da kann ich dich meiner Meinung nach nur bestätigen.
Ich denke auch dass es durch den frühen Pornokonsum passieren kann bzw so ist, das man sich als Jugendlicher förmlich dazu gedrängt fühlt so früh wie möglich Sex zu haben. Zumal es ja - wie schon weiter oben erwähnt - auch fragen gibt wie: wann, wie oft etc. und ich denke desto früher man da "sieht wie's gemacht wird" desto früher will man es nachmachen. Denn ich glaube nicht das man früher, als man noch kein internet hatte und auch noch nicht eine solche grpße Auswahl wie heute, nicht so "scharf" drauf war schnellstmöglich Sex zu haben.
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Beitragvon der letzte Romantiker » Di 2. Sep 2008, 16:05

@romantiker: ja, vielleicht fühlen die sich mit 18 verbraucht, und mit 25 wieder topfit und freuen sich so eine wilde jugend gehabt zu haben ^^


Mit 25 sind die meisten davon in festen Partnerschaften gelandet. Können mit ihrer Jugend leben aber hätten es im Nachhinein doch lieber anders gelebt.

Erfahrungen muss natürlich jeder selbst machen und jeder macht dabei seine eigenen Fehler. Medien , Schule und Eltern müssen diese "Fehler" ja nicht noch begünstigen.
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Beitragvon gigaklein » Di 2. Sep 2008, 16:21

Auch dieses Forum ist nach dem TeleMedienGesetz TMG ein "Medium".

Auch hier gibt es - isoliert und herausgepickt gesehen - Informationen, die man mit Sexualinfo 2.0 bezeichnen und über die man sich seine Elternhaare raufen könnte.
Ich glaube allerdings nicht, dass selbst größte Forenkritiker mit Recht sagen könnten, dass diese früh zugänglichen Informationen (keine Altersbeschränkung) zu wilden, lerninhaltslosen Frühjahren führen und einen späteren Lernprozess damit sogar behindern könnten.

"Medien" gibt es viele, je mehr man nutzt, desto kritischer beurteilt man eine Einzelmedium.
Das geschieht unbewusst auch, indem die Kids das Inet durchstöbern
Im Zweifel eben trotzdem...
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Beitragvon LayaYana » Di 2. Sep 2008, 16:45

ich finde auch dieses forum nicht ausschließlich empfehlenswert und als einzige aufklärungsquelle für ziemlich ungeeignet.

giga (und auch alle anderen die es interessiert), zur aufklärung junger kinder (und auch älterer) hatte das bzga mal eine broschüre rausgebracht "körper, liebe, doktorspiele". die ist allerdings etwas umstritten, nicht jeder kann sich eben damit anfreunden, dass auch kleine kidner bereits eine sexualentwicklung durchmachen. für leute die sich damit allerdings kritisch auseinendaersetzen wollen würde ich die sehr empfehlen.
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Beitragvon Roflmat » Di 2. Sep 2008, 17:58

Die Geschlechtsreife der Menschen hat sich kaum bis gar nicht verändert. Im Mittelalter wurden Kinder mit 13 verheiratet mit 14 war fast immer bereits das erste Kind unterwegs. Auch die Prüderie früherer Gesellschaften hat daran nichts geändert. Es gab und gibt Gesellschaftsformen, die derlei natürlich unterdrücken und die über unsere Jugend im großen Stil herfallen und sie verteufeln.

ja und heute werden kinder wesentlich früher sexuell reif, schon im altersbereich um 10 herum. ich selbst hatte meinen ersten feuchten orgasmus mit 11. gibt auch einige studien zu dem thema, welche es unter anderem zurückführen auf den nahrungskonsum.

Aber juristisch kann ich meine heranwachsenden Kids nicht sexuell über ein "Blümchen-Maß" aufklären, wenn ich nicht Gefahr laufen will, dass mir die Erziehungsberechtigung entzogen werden könnte.
Also kann ich den Kids allenfalls "heimlich" z.B. diese Foren-URL zuspielen und warten, was sie damit anfangen können.

was im eigenen haus vor sich geht, geht doch dem staat nichts an. ich würde mir jedenfalls nicht vorschreiben lassen von irgendwelchen gesetzen wie ich meine kinder zu erziehen habe. man muss sich auch gegen bestimmte entwicklungen wehren und nicht alles mitmachen.

giga (und auch alle anderen die es interessiert), zur aufklärung junger kinder (und auch älterer) hatte das bzga mal eine broschüre rausgebracht "körper, liebe, doktorspiele". die ist allerdings etwas umstritten, nicht jeder kann sich eben damit anfreunden, dass auch kleine kidner bereits eine sexualentwicklung durchmachen. für leute die sich damit allerdings kritisch auseinendaersetzen wollen würde ich die sehr empfehlen.

das ist auch das problem in der gesetzgebung.. auch der versuch in letzter zeit den jugendschutz extrem zu verschärfen und zB kinderpornografie weitaus allgemeiner zu definieren. sexuelles verhalten und entwicklung im kindesalter sind einfach tabu-themen und anscheinend zu eng mit dem thema pädophilie verknüpft, als das darüber diskutiert werden könnte, ohne dass die emotionen hochkochen.
Zuletzt geändert von Roflmat am Di 2. Sep 2008, 18:02, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon der letzte Romantiker » Do 4. Sep 2008, 03:09

Das war schon immer so? Akzeptiert die Jugend so wie sie ist?

Sorry das ist mir zu plump!

Lasst uns jegliche Verantwortung abgeben!

Kinder lernen ihr sexual und beziehungsverhalten von den Eltern und den Medien.

Das sieht man auch an den Scheidungsraten. Die sind vererblich.

Auch fällt auf, dass die Töchter alleinerziehender Mütter oft dasselbe "Schicksal" erleiden.

Meine Eltern sind lange verheiratet. Meine älteren Schwestern sind in festen Beziehungen und ich bin es auch. Wir hatten alle "späten" Sex....

Alles nur Hysterie?
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Beitragvon gigaklein » Do 4. Sep 2008, 08:17

Die Einflüsse eines Umfelds spielten und spielen eine Rolle, wenn es darum geht, "Zeitgeist" relativ unreflektiert mitzumachen oder eben nicht.
Das war aber schon früher so - vor der Erfindung der Informationsflut.

Vielleicht ist die quirlig-umtriebige, eigendynamische "FastFood"-Gesellschaft etwas schwerer durch familiäre Einflüsse kompensierbar, aber die grundsätzlichen Möglichkeiten sind nach wie vor da.

"Hysterie" und Voraussage des Untergangs des Abendlandes sind m.E. ebenso wenig angebracht wie eine "Laisser faire, laisser aller"-Haltung, dass es eben so sei und man nichts machen könne.
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Beitragvon Joe D. » Do 4. Sep 2008, 08:44

der letzte Romantiker schrieb:
Das war schon immer so? Akzeptiert die Jugend so wie sie ist?

Meine Eltern sind lange verheiratet. Meine älteren Schwestern sind in festen Beziehungen und ich bin es auch. Wir hatten alle "späten" Sex....

Alles nur Hysterie?


Hm, wenn man es so sieht, dann könnte man diese Aussage auf mich ummünzen. Eltern geschieden, früh den ersten Sex, wieder Single...

Allerdings glaube ich nicht, dass dies in direkter Beziehung zum Elternhaus hat. Es korreliert in gewisser Weise, aber nur bedingt.

Ich denke, was ganz gravierend zur gegenwärtigen Situation beiträgt, ist ein gewisses Maß an Verlust bestimmter moralischer Vorstellungen. Und das finde ich gar nicht schlecht. Früher hieß es, wenn es in der Ehe nicht so gut läuft: Da muss man halt gemeinsam durch. Heute kann die Frau ihren saufenden Ehemann ganz einfach alleine lassen und sich jemanden neues suchen.

Das ganze auf die Jugend umgemünzt ergibt vielleicht als Grund keinen Säufer (wobei das mit Sicherheit auch schon anzutreffen ist) aber sonstige Dinge eben. Man ist heute nicht mehr auf Gedeih und Verderb an eine Beziehung gebunden, die man eingegangen ist. Bis dass der Tod uns scheidet, was ein Glück dass das hinter uns liegt.

Aber es ging hier ursprünglich darum, ob unsere Kinder nicht mehr lieben können, sondern nur auf Sex aus sind. Und hier halte ich die Verallgemeinerung eben für Hysterie. Natürlich sind viele erst mal auf Sex aus, das haben beinahe alle so gemacht. Warum soll ich mir mit 15 die große Liebe suchen? Ich habe wilde Zeiten hinter mir, hatte dutzende Partner nur für Sex, habe heute noch diverse Kontakte die ich für Sex nutzen kann; und dennoch liebe ich meine Exfreundin (noch immer) und genau so habe ich alle vor ihr geliebt mit denen ich eine 'Beziehung' im klassischen Sinn geführt habe.
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Beitragvon Roflmat » Do 4. Sep 2008, 10:47

dem kann ich nur zustimmen, denke auch nicht, dass sich die scheidungsraten praktisch "vererben", sondern eher, dass allgemeiner die veränderungen der gesellschaft dazu beitragen. man ist nicht mehr konfliktbereit sondern geht den sachen lieber aus dem wege, und wenn einem der partner nicht mehr passt aus welchen gründen auch immer, dann sucht man sich eben einen neuen, gibt ja genügend menschen.. wieso sollte man sich also anstrengen und versuchen problemlösungen zu finden wenns auch leichter geht? auch relativ hohe fantastische partnervorstellungen tragen dazu bei, eher auf die suche nach einem neuen partner zu gehen.
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Beitragvon Chris1407 » Do 4. Sep 2008, 12:08

der letzte Romantiker schrieb:
Das sieht man auch an den Scheidungsraten. Die sind vererblich.


Dasss Scheidungsraten erblich sind? Naja, mag ja vielleicht sein, dass man einen Knacks weg bekommt, wenn man sieht, dass es die ewige Liebe nicht gibt. Selbst ohne Scheidung denke ich, gibt es ewige Liebe nicht. Ich bin selbst ein Scheidungskind und meine Mutter meint manchmal, dass sie hofft, dass sie es uns nicht schlecht vorgelebt hat und für uns hofft, dass wir keinen "Knacks" weg haben. Ich weiß es nicht. Ich werde es sehen, aber ich würde es dennoch nicht als erblich bezeichnen, denn das würde für mich bedeuten, dass die Leute, die sich im Moment scheiden lassen, auch aus Scheidungsfamilien kommen. Wenn man die Scheidungsraten von vor 50 Jahren ansieht, bezweifle ich das mal. Ich denke, der Anstieg kommt auch gewaltig daher, dass Frauen emanzipierter und gleichberechtigter sind und sich nicht mehr alles vom "einstigen Familienoberhaupt" sagen brauchen (lassen). Früher waren sie nur Hausfrau und der Mann brachte das Geld nach Hause. Sie waren in gewisser Weise ein Stück abhängig. Eine Scheidung kam da sehr selten in Betracht. Ich finde die Entwicklung, dass jeder Partnern gleichberechtigter ist tausendfach besser. Da ist der negative Nebeneffekt mit eventuellen Scheidungen halt "Schicksal". Heute muss man sich eben nicht mehr alles gefallen lassen und macht seinen Mund eher auf.

Meine Eltern sind lange verheiratet. Meine älteren Schwestern sind in festen Beziehungen und ich bin es auch. Wir hatten alle "späten" Sex....


Späten Sex mit gut laufender Beziehung gleichtzusetzen, finde ich quatsch. Es gibt sicher auch LEute, die spät Sex haben, dann dafür aber auch einiges nachholen. Nur weil jemand spät Sex hatte, bedeutet das doch noch lange nicht, dass man dann treu ist. Vielleicht ist sogar ein Mensch, der viel Sex in der Jugend hatte treuer, da er schon viel ausprobiert hat und weiß, was er will und nicht weiter suchen muss... Die These sei mal dahin gestellt, ob sie stimmt, keine Ahnung. Aber komplett falsch ist sie dennoch auch wieder nicht. Ich denke nicht, dass man Einzelschicksale auf alle Menschen verallgemeinern kann. Jeder Mensch ist anders und individuell und das ist auch gut so. Es wäre ja schlimm, wenn alles monoton langweilig wäre.
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Beitragvon Roflmat » Do 4. Sep 2008, 16:14

wollte nur mal anmerken, dass es keineswegs so ist, dass manner und frauen gleichberechtigt sind. in bildung und sorgerechtsstreitigkeiten werden mädchen/frauen definitv bevorteilt. in sachen lohn/gehälter werden männer bevorteilt.
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