TDM 03/12: sexuelle Freiheit vs. Gesetzgebung

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Re: TDM 03/12: sexuelle Freiheit vs. Gesetzgebung

Beitragvon CoolMcCool » So 25. Mär 2012, 13:51

Wie gesagt, Scham an sich mag festgelegt sein, aber wofür man sich schämt ist erlernt und in allen Kulturen unterschiedlich. Kann deshalb nur anerzogen sein

Warum schämen sich sonst die Asiaten für jeden Scheiß und die manche Afrikaner für so gut wie gar nichts.
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Re: TDM 03/12: sexuelle Freiheit vs. Gesetzgebung

Beitragvon dionysus » Mo 26. Mär 2012, 22:37

salve!

Jojo55 hat geschrieben:
dionysus hat geschrieben:die scham scheint von grund auf in uns angelegt zu sein und einen zweck zu erfüllen.


Wenn das so ist (mag ja sein): Warum muss man die Scham auf sexuellem Gebiet dann noch zusätzlich in einem Gesetz formulieren?

in der geschichte europas war die weltliche herrschaft sehr lange zeit mit den religiösen institutionen verquickt. man bedenke nur, dass der adel seine privilegien (unter anderem) religiös ableitete, oder zweite und folgende söhne von fürsten oft kirchliche ämter übernahmen. bekanntlich arbeite der erste und der zweite stand in der generalversammlung frankreichs zum gegenseitigen machterhalt zusammen. das christentum war und ist die leitkultur europas - aus deren prinzipien nach wie vor die gesetzgebung geschieht. gesetze sind zum teil fixierte sitten.
und dieses erbe lastet auch heute noch auf uns. und es ist nicht durch irgendwelche hauruckaktionen von heute auf morgen zu brechen. entwicklungen vollziehen sich über jahrzehnte und jahrhunderte: das bürgerliche zeitalter war im vergleich zur vorangegangen und nachfolgenden epoche wesentlich sittenstrenger.

Es it doch völlig ok wenn sich jemand schämt und deshalb irgend welche Körperteile bedeckt, sich eine Hose oder ein Kopftuch anzieht. Aber es sollte eben nicht verboten sein ohne Hose oder ohne Kopftuch herumzulaufen.

die scham bezieht sich doch aber nicht nur auf mich - fremdschämen ist doch möglich. auch wenn ich angekleidet bin, kann mich fremde nacktheit peinlich berühren.
das problem ist auch nicht die nacktheit als solche, sondern die konnotation von nackheit und erotik/sexualität im westlichen kulturkreis. hier geraten öffentliches und intimstes miteinander in konflikt. wenn sich nun jemand entkleidet, so signalsiert er für uns sexuelle bereitschaft; was in der öffentlichkeit vollzogen, nicht nur irritieren dürfte.


CoolMcCool hat geschrieben:Warum schämen sich sonst die Asiaten für jeden Scheiß und die manche Afrikaner für so gut wie gar nichts.

manche asiaten werden sich auch für fast nichts schämen... - also mit diesem schluss beweist du nichts, er ist fehlerhaft. aber du kannst ja entsprechende studien zitieren, um eine reformulierte these zu untermauern.

cheers.
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Re: TDM 03/12: sexuelle Freiheit vs. Gesetzgebung

Beitragvon CoolMcCool » Mo 26. Mär 2012, 22:45

Für jede Studie gibts ne Gegenstudie. Aber da findet sich bestimmt was, ich suchs heut aber nicht mehr.
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Re: TDM 03/12: sexuelle Freiheit vs. Gesetzgebung

Beitragvon Joe D. » Mi 28. Mär 2012, 18:51

CoolMcCool hat geschrieben:Warum schämen sich sonst die Asiaten für jeden Scheiß und die manche Afrikaner für so gut wie gar nichts.


Wenn der Asiate neben dem Afrikaner die Hosen runter lässt, dann ist doch klar, wem da die, bei beiden kaum sichtbare, Schamesröte, oder auch Neidesröte ins Gesicht schießt.

Ok, das Beispiel war doof, doch einerlei ob es da Studien dazu geben mag oder nicht, dass sich Asiaten für mehr Dinge schämen als Afrikaner. Dieses Argument hält in keiner einzigen Diskussion stand. Mit deiner Aussage scherst du einfach zwei ganze Völkergruppen über einen Kamm.

Ich habe jeden der vier möglichen Fälle erlebt. Afrikaner die sich für so gut wie nichts schämen und andersrum und Asiaten denen alles peinlich ist und andersrum.

Was ich allerdings aus persönlicher Erfahrung weiß, dass es so etwas wie ein Nord-Süd-Gefälle gibt. Während dem Japaner wirklich sehr viele Dinge peinlich sind, ist dem Malayen schon deutlich weniger peinlich, das meiste ist ihnen einfach scheißegal.

Chinesen sind wiederum ein sehr eigenartiges Völkschen. Zu Hause, da ist ihnen wirklich viel peinlich, hat auch viel mit Ehre und so zu tun, wenn sie aber in den Süden in Urlaub fahren, dann ist ihnen urplötzlich gar nichts mehr peinlich und sie verhalten sich, dass es jeder Beschreibung spottet. Da habe ich Dinge erlebt, da würden dem Afrikaner seine rabenschwarzen Haare ganz weiß.
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Re: TDM 03/12: sexuelle Freiheit vs. Gesetzgebung

Beitragvon CoolMcCool » Do 29. Mär 2012, 22:57

Es geht nicht um Völkergruppen sondern darum, dass Scham in verschiedenen Kulturen untschiedlich auftritt, sowohl was Häufigkeit betrifft, als auch was die Gründe betrifft wofür man sich schämt.

darum ging es mir, mein Vergleich war vielleicht etwas schlecht gewählt.
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