Kleine Materialkunde

Mit Kaugummi, Büroklammer und Taschenmesser - Welche Spielzeuge habt ihr euch selbst gebastelt?

Beitragvon LayaYana » So 5. Okt 2008, 14:44

da ich hier (und auch in anderen bereichen) immer wieder die wildesten ideen für spielzeuge lese und auch die ungünstigsten materialien, würde ich mich freuen, wenn wir hier eine kleine materialkunde zusammenstellen können. also welche materialien eignen sich für was, sind diese gut zu verarbeiten (und wie), schleimhautgeeignet, gut zu reinigen und wo bekommt man die her.

das würde die qualität unserer selbstgebauten spielzeuge erhöhen, also danke für eure beteiligung ;)

edit: anmerkungen, weitere details und bestelladressen kopiere ich einfach in eure threads rein, damit die übersichtlichkeit erhalten bleibt.
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Beitragvon LucidDream » So 5. Okt 2008, 15:57

Buchenholz - Wer es gerne etwas härter mag, ist mit damit gut bedient. Es enthält von Natur aus spezielle keimabtötende Gerbstoffe. Sollte mit 5% Essiglösung gereinigt werden. Zudem ist es mit den richtigen Werkzeugen relativ einfach zu bearbeiten.

Heißkleber - Wer es gerne 'quick and dirty' mag, soll sein Glück mit Heißkleber versuchen. Es ist relativ einfach zu reinigen -> Essiglösung, Sagrotan. Dabei sollte jedoch aus offensichtlichen Gründen eine wäremere Behandlung ( über 80°C ) vermieden werden.
Zuletzt geändert von LucidDream am So 5. Okt 2008, 16:08, insgesamt 1-mal geändert.
... Das mit dem "Allwissend" ist schon ein wenig aus dem Fenster gelehnt und schlecht ausgedrückt. Die Zeugen glauben, dass Jesus, Gott und diverse nicht-materielle Energiewesen da oben ("Engel") dir zugucken können, wie du lebst, fickst, kackst und bei rot über die Ampel gehst. Also geht das mit dem "Jesus weiß auch bescheid" schon in Ordnung.
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Beitragvon P90Man » Mo 6. Okt 2008, 10:37

Säurefreies Aushärtendes Schleimhautverträgliches Modelliersilikon
Gibt es... Irgendwo. Hatte es schonmal zuhause.
Ist super. Man kann damit alles machen.
Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte wo kämen wir hin, und niemand
ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen...
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Beitragvon gigaklein » Mi 15. Okt 2008, 08:27

Säurefreies Aushärtendes Schleimhautverträgliches Modelliersilikon

Ich bezweifele, dass das irgendwie "verbrieft" ausgewiesen wird. Eigene Erfahrungen zur Verträglichkeit lassen sich nicht unbedingt verallgemeinern. Ich denke auch an Allergiker, die vieles nicht vertragen können, was Normalos nicht schadet.
Modelliersilikon ist ein Werkstoff, der vielleicht noch in seinen Werkstoffeigenschaften beschrieben sein dürfte (z.B. aushärtend, dauerelastisch, Oberflächen-vernetzend, pilzhemmend...).
Auch kann es sein, dass "Gesundheitshinweise" während der Verarbeitung auf der Verpackung angegeben sind (z.B. dass in die Augen geratenes Material sofort mit Wasser auszuspülen ist).

Über die bleibenden (toxischen?) Eigenschaften nach Verarbeitung sagt das aber schon nichts mehr aus.

Es gibt z.B. Kautschuk für den Modellbau. Was für die Ausformung eines Schiffsrumpfs geeignet ist, ist noch lange kein geeignetes Dildo-Material.

Entscheidend für die Unbedenklichkeit ist "Einsatzort" und "Einsatzdauer".

Ein käuflicher Dildo aus diesem schwabbeligen Jelly-Material sondert "ewig" (PVC-) Weichmacher ab, die in Untersuchungen als krebsgefährdend eingestuft wurden.
Für einen vaginalen Quicky von Zeit zu Zeit dürfte die Einsatzdauer dies noch unbedenklich machen. Kritischer ist da schon der "Einsatzort" anal. Die Darmwände nehmen solche Weichmacher "osmotisch" auf und lassen sie direkt in die Blutbahn gelangen - die normalerweise giftfilternde Leber ist außen vor.
Noch kritischer ist die Verwendung ein und desselben Jelly-Materials im "Dauereinsatz" als "Liebeskugeln" - hier kommt eben die Einwirkdauer erschwerend hinzu.
Das gilt auch für alle Selbstbaumaterialien. Insbesondere die Materialien, die so schön "weich" bleiben, hören nicht auf, chemisch etwas "von sich" zu geben.

Also Naturstoffe?

"Naturstoffe" können auch Unfug anrichten. Z.B. gibt es Grundmaterialien zur Gummibärchen-Herstellung, sogar "Bio"-Materialien mit natürlichen Farbstoffen.

Daraus könnte man ja einen Dildo gießen, der gesundheitlich unbedenklich "gelutscht" werden könnte.

Vorher sein gutes Stück abformen und dann der Freundin ein süßes Abbild davon schenken ;)

In der Vagina aber haben Zuckerstoffe und Stärke nichts zu suchen. Das gilt auch für "Obst"!
Grund: Der natürliche Säurehaushalt der vaginalen Flora wird durcheinander gebracht. Folge ist eine verschlechterte Selbstreinigungsfähigkeit gegen bakterielle Infektionen und eine "verbesserte" Neigung zu Pilzinfektionen.

Deshalb wird es leider keine Materialempfehlung geben können, die allgemein gilt
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Im Zweifel eben trotzdem...
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Beitragvon Ydufree » So 21. Dez 2008, 15:00

Zum Silikon habe ich folgende Anmerkung:
Silikon ist flexibel, hautfreundlich, grundsätzlich unbedenklich und wird sogar für Implantate verwendet. Im Handel gibt es Silikonkitt in Kartuschen für den Sanitärbereich. Es gibt 2 Typen von Einkomponentensilikon:

- Saures Härtersystem auf Essigsäurebasis.
Geruch nach Essig. Härtet rel. rasch durch.

- Alkalisches Härtersystem auf Aminbasis
Geruch nach 'Fisch'. Härtet etwas langsamer.
Meist weicher als saure Kitte.

Gut ausgehärtetes Silikon ist inert, riecht nicht und kann problemlos auch in kochendem Wasser gereinigt werden zur Entfernung von löslichen Bestandteilen. Es verträgt bis 200°C, ist flammhemmend und selbstverlöschend. Beim Verbrennen entsteht weisses Siliziumdioxid-Pulver.

Das tönt alles recht technisch. Ich habe früher beruflich solche Kitte hergestellt und verwendet (Baubranche). Wer weitere Erklärungen möchet kann sich bei mir melden.
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Beitragvon Crosis » So 21. Dez 2008, 21:43

Ydufree schrieb:
- Saures Härtersystem auf Essigsäurebasis.
Geruch nach Essig. Härtet rel. rasch durch.

Ich meine gelesen zu haben, dass eben dieses Silikon nicht für den "besonderen" Gebrauch geeignet ist. Leider habe ich keine Ahnung von diesen Dingen, wäre also froh, wenn jemand meine Sorgen bestätigen bzw. ausräumen könnte.


MfG, Crosis.
Im Prinzip ja.
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Beitragvon Ydufree » Mi 24. Dez 2008, 17:05

Crosis, Modelliersilikon ist nicht gleich Silikonkitt. Silikonkitt braucht man zum Abdichten im Sanitär-, Bau- und Fensterbereich. Aber auch für Aquarien. Deshalb muss der Silikon auch Lebensmittelecht sein. Darin enthaltene Fungizide könnten allenfalls bei Sanitär-Typen etwas stören. Ich würde vor dem Gebrauch das Ding auskochen in Wasser. So werden wasserlösliche Anteile sicher entfernt. Silikon besteht aus Silicium-Wasserstoff-Ketten. Etwa so wie Kunststoffe auf Kohlenswasserstoff-Ketten aufgebaut sind. Tipp: Silikon in der Kartusche aushärten lassen gibt einen schönen Dildo! Es dauert bloss einige Wochen....
Viel Spass beim Basteln und frohe Festtage,
Fritz
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Beitragvon gigaklein » Mi 24. Dez 2008, 17:22

Die aushärtenden Materialien sind im Prinzip noch die unbedenklicheren. Praktisch alle Materialien, die etwas "schwabbelig" bleiben, "atmen" auf Schwabbelzeit Weichmacher oder vergleichbare Stoffe aus.

Die handelsüblichen Jelly-Dildos "schwitzen" krebserregende Stoffe aus - die publizierten Warnungen will niemand wahrhaben, und ein "Unbedenklichkeitssiegel" ist für diese "Schmuddelware" nicht in Sicht

Aber ich darf noch einmal auf meinen vorherigen Post verweisen:
Entscheidend ist auch die Einwirkdauer eventuell schädlicher Substanzen!

"Schmiert" die Materialoberfläche nicht gleich etwas ab, sind Einwirkungen von z.B. einer halben Stunde auch bei etwas giftigeren "Ausdünstungen" noch beherrschbar.
Wenn dann noch ein "isolierendes" Kondom drübergezogen wird, ist alles "paletti"
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Beitragvon Ydufree » Do 25. Dez 2008, 11:22

gigaklein, nicht jeder Kunststoff enthält die gleichen Weichmacher. Im PVC hat es oft schädliche Phtalate drin. Für Silikon braucht man Weichmacher auf Silikon-Basis. Und Siliziumdioxid-Produkte als Verdickungsmittel. Ich habe früher selber Silikon-Kitt-Rezepte entwickelt und getestet als ich bei einem Hersteller für Kitte und Klebstoffe gearbeitet habe. Silikone haben auch eine grosse Dehnbarkeit. Die ausgehärteten Produkte riechen auch nicht mehr nach dem Härter!
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Beitragvon gigaklein » Do 25. Dez 2008, 11:52

gigaklein, nicht jeder Kunststoff enthält die gleichen Weichmacher. Im PVC hat es oft schädliche Phtalate drin. Für Silikon braucht man Weichmacher auf Silikon-Basis. Und Siliziumdioxid-Produkte als Verdickungsmittel. Ich habe früher selber Silikon-Kitt-Rezepte entwickelt und getestet als ich bei einem Hersteller für Kitte und Klebstoffe gearbeitet habe. Silikone haben auch eine grosse Dehnbarkeit. Die ausgehärteten Produkte riechen auch nicht mehr nach dem Härter!

Habe ich das irgendwo behauptet bzw. bezweifelt?

Deine Sach- und Materialkenntnisse in Ehren, aber wir haben es hier in aller Regel mit Anwendungslaien zu tun, denen man keine trügerische Sicherheit vermitteln sollte.
Der Foren-Do-It-Yourselfer weiß wohl einer Baumarktpackung nicht zu entnehmen, welche Stoffe sich wie auswirken können.

Ich wiederhole mich: Die mögliche Einwirkungsart und die Einwirkungsdauer sind wichtige zusätzliche Kriterien.

Durch die osmotische Wirkung über die Darmwand ergeben sich andere "Fragezeichen" für einen länger "getragenen" Analplug als für eine Quicky-Anwendung eines Vaginal-Dildos.

Noch eine Wiederholung: Kondom drüber, dann ist man auf der "safen" Seite
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Beitragvon -*Mul*- » Fr 26. Dez 2008, 13:38

ich habs zwar schonmal irgendwo reingestellt aber hier passt die seite auch ganz gut hin
http://www.lovetoytest.net/knowhow-tipps-tricks/sexspielzeug-materialien.html#silikon
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Beitragvon gigaklein » Fr 26. Dez 2008, 14:29

Nur, dass das keine Selbstbaumaterialien sind - Handelsübliches!
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Beitragvon LayaYana » Fr 26. Dez 2008, 15:34

ein paar selbstbaumaterialien sind ja dabei und gerade das zum thema latex sehr interessant. wir veredeln hier ja auch viele spielzeuge mit latex und da hatte ich bisher bei sachen für langfristige spielereien auch ein paar bedenken, sieht aber ja doch noch ganz vernünftig aus :)

bestellen kann man latex zb hier:

http://www.jalatex.de/

vermutlich ist das latex ohne ammoniak am besten geeignet, da würde ich aber lieber nochmal die experten hier befragen.
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Beitragvon gigaklein » Fr 26. Dez 2008, 16:01

Sicherheitshalber ohne Ammoniak, möglichst in Richtung Naturkautschuk...

Aber leider gibt es auch da Menschen, die allergisch reagieren. Deshalb gibt es auch latexfreie Kondome:

http://www.allergie.medhost.de/latex.html
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Re: Kleine Materialkunde

Beitragvon P90Man » Sa 16. Jul 2011, 21:26

http://217.172.172.50/jalatex-s22h20-fa ... 19af7e5395
Kann ich das wohl benutzen um meine selbstgemachten toys zu "versiegeln" ?
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Re: Kleine Materialkunde

Beitragvon SpongbobSchwanzkopf » So 17. Jul 2011, 11:37

P90Man hat geschrieben:http://217.172.172.50/jalatex-s22h20-farbig.html?sid=7a20e2eebc3839f94d3e5419af7e5395
Kann ich das wohl benutzen um meine selbstgemachten toys zu "versiegeln" ?


Denke schon, auf der Seite steht ja auch für Kleidung, Bodypainting und sowas. Sollte also für Toys geeignet sein.
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Re: Kleine Materialkunde

Beitragvon P90Man » So 17. Jul 2011, 18:49

Okay dann werd ich glaube mal mit ein paar sachen experimentieren :P
Toys zu kaufen ist mir im Moment selber ein wenig zu teuer (Siehe den Nexus)
Und wenn ich die mit dem Latex überziehen kann wäre das die top lösung für saubere Toys oder nicht ? (Zumindest sind sie dann einfach zu reiningen und man verschwendet nicht immer ein kondom (wird auf dauer auch ein wenig teuer) ;)
Werde demnächst mal bestellen und schauen wies wird ;) (Erfahrungsberichte natürlich in diesem subforum)
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