Muss mir mal was von der Seele schreiben

Fragen, Diskussionen und Tipps rund um das Thema Liebe, Beziehung und Partnerschaft

Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon Gabriel » Di 10. Mär 2015, 22:14

Liebe Sch-Ona Community,
um es gleich vorweg zu sagen: Ich hoffe mit diesem Beitrag nicht auf Hilfe (bestenfalls moralische Unterstützung) sondern möchte einfach nur meinen Frust von der Seele schreiben. Ich habe schon mehrmals in meinem Leben festgestellt dass es mir enorm hilft, Sachen die mir richtig schwer zu schaffen machen einfach aufzuschreiben.

Liebe Moderatoren,
mein Beitrag grenzt wenn man es streng betrachtet leider ein wenig an ein politisches Thema und ich weiß sehr gut dass diese Art von Diskussion in diesem Forum nicht erlaubt ist (hab ja die Desaster mitbekommen die zu dem Verbot geführt haben und stimme der Regel daher voll und ganz zu). Solltet ihr der Meinung sein, dass mein Beitrag oder die darauf folgenden Antworten zu sehr auf eine dieser Diskussionen zusteuern, kann der Thread auch sofort wieder gelöscht werden.

Nun also meine Geschichte.

Bis vor etwa einem Jahr habe ich noch in Hamburg gewohnt. Gerade als meine Umzugspläne konkret waren und die Wohnung gekündigt war, habe ich eine Frau kennen gelernt. Schlechtes Timing halt, aber ich wohne jetzt „nur“ etwa 70 Kilometer von Hamburg entfernt, es ist also nicht so als ob jetzt Welten zwischen mir und ihr liegen. Egal, darum geht es auch gar nicht.

Kennengelernt haben wir uns in einem Asia-Imbiss wo ich sehr gern gegessen habe, sie arbeitet dort als Bedienung. Sie kommt ursprünglich aus Vietnam und ist jetzt seit knapp zwei Jahren in Deutschland. Davor hat sie zwölf Jahre lang vergeblich versucht eine Einreisegenehmigung zu bekommen, aber die sind eben nicht wie Sand am Meer zu erhalten, wenn man nicht über sehr viel Geld verfügt (die Korruption in Vietnam ist leider sehr groß; wer viel Geld hat kommt weiter, wer nicht, der nicht).

Dann hat eine Tante von ihr, die schon seit vielen Jahren in Deutschland lebt, ihr einen Mann vorgestellt. Er ist doppelt so alt wie sie (geht schon auf das Rentenalter zu), aber er war bereit sie zu heiraten, damit sie über den so genannten „Ehegattennachzug“ sofort nach Deutschland einreisen darf. Sie war natürlich überglücklich, aber das sollte nicht lange währen. Sobald sie endlich in Deutschland angekommen war, stellte sich ihr Mann nämlich als ein Drecksschwein und Sadist heraus.

Zunächst mal möchte ich die rechtliche Situation erklären: Jemand der durch Ehegattennachzug nach Deutschland gekommen ist, muss mit dem Ehegatten für mindestens drei Jahre zusammen leben, dann erhält er/sie ein eigenständiges Aufenthaltsrecht. Dabei gilt nicht der Tag der Hochzeit, sondern der Tag an dem beide Ehegatten nach Deutschland gekommen sind. Erst nach Ablauf dieser drei Jahre kann die Ehe wieder gelöst werden ohne dass die zugereiste Person augenblicklich ins Heimatland abgeschoben wird.

Ihr Mann weiß das ganz genau und hat sie somit in einem extremen Abhängigkeitsverhältnis, welches er nach Kräften ausnutzt:
Er hat ihr ihre Papiere weg genommen und in seine Firma gebracht, sodass sie keinen Zugriff mehr darauf hat.
Er erlaubt nicht, dass sie ein Bankkonto hat.
Er erlaubt nicht, dass sie einen PC oder auch nur ein Smartphone hat, wodurch sie fast jeder Möglichkeit beraubt ist a) mit ihrer Familie in Vietnam Kontakt zu halten und b) durch Onlinekurse besser deutsch zu lernen.
Er erlaubt nicht, dass sie allein aus dem Haus geht. Einzige Ausnahme ist ihre Arbeit, aber er schimpft sofort mit ihr, wenn sie danach nicht sofort wieder nach Hause kommt.
Er hat ihr mehrmals angedroht, sie nach Vietnam zurück zu schicken wenn sie nicht das tut was er sagt.
Er hat ihr mehrmals vorgeworfen, dass sie ja nur sein Geld haben will, obwohl sie ihn niemals auch nur um um einen Cent gebeten hat.
Er erlaubt nicht, dass sie seine Küche benutzt; sie muss tagein tagaus den Fraß in ihrem Asia-Imbiss zu sich nehmen, weil sie die deutsche Kost (oder zumindest das was er isst) nicht verträgt.
Er erlaubt nicht, dass sie vietnamesische Gerichte isst wenn sie zu Hause ist („Wir sind hier eben nicht in Vietnam“ hat er ihr einmal vorgehalten).
Er erlaubt nicht, dass sie mit ihrer Tante vietnamesisch spricht, weil er dann nichts versteht.

Als sie eineinhalb Jahre in Deutschland war, musste sie mit ihm zusammen zum Amt gehen um ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern zu lassen (da muss der Ehegatte nun mal mit dabei sein). Sie hat ihn bereits Monate vor Ablauf ihres alten Dokuments gebeten, mit ihr da hin zu gehen damit es keine Probleme gibt und sie die neue Genehmigung hat, bevor die alte abgelaufen ist. Er hat die Sache mit fadenscheinigen Gründen immer weiter vor sich her geschoben, bis er ihr zwei Tage vor Ablauf ihres Dokuments einen Vertrag vorgelegt hat; mit der Drohung, nicht mit ihr zum Amt zu gehen wenn sie nicht sofort unterschreibt. In dem Vertrag ging es um eine Vermögenstrennung, so dass er schriftlich mit ihrer Unterschrift hat, dass er ihr nicht einen Cent zahlen muss und sie sogar die Reisekosten nach Vietnam selbst zu tragen hat, falls sie aus irgendwelchen Gründen ausgewiesen werden sollte. Der Vertrag war ganz bewusst in einem dermaßen verschachteltem Beamtendeutsch gehalten, so dass er sicher sein konnte, dass sie mit ihren begrenzten Deutschkenntnissen kein Wort davon verstand. Sie war aber mittlerweile so sehr in Panik wegen ihrer ablaufenden Aufenthaltsgenehmigung, dass ihr gar keine andere Wahl blieb als zu unterschreiben.

Wir waren mittlerweile bei zwei verschiedenen Anwälten, einer davon war jemand der fließend deutsch und vietnamesisch spricht, sodass sie ihm die Situation selbst schildern konnte. Beide haben uns gesagt, dass das deutsche Gesetz für einen solchen Fall keinerlei Hilfe vorsieht. Klingt unglaublich, ist aber wahr: Natürlich könnten wir ihn wegen Erpressung, Nötigung und Nichtachtung ihrer Menschenwürde anzeigen; er würde auch dementsprechend bestraft werden, aber an ihrer Situation würde das nicht das geringste ändern: Sie müsste immer noch mit ihm zusammen leben bis die drei Jahre um sind. Und er wird sie sofort rausschmeißen wenn sie ihn anzeigt, wodurch sie augenblicklich nach Vietnam abgeschoben werden würde. Das will sie verständlicherweise nicht riskieren, nachdem sie 12 Jahre auf eine Chance gewartet hat, hierher zu kommen. Etwas anderes wäre es, wenn er sie schlagen oder anderweitig körperliche Gewalt gegen sie ausüben würde, aber das tut er nicht, vermutlich weil er genau weiß, wo das Gesetz Grenzen hat. Immerhin ein Gutes hatten unsere Besuche bei den Anwälten: Beide haben uns versichert, dass dieser Vertrag den er ihr aufgezwungen hat von keinem Gericht dieser Welt anerkannt werden würde, also ist das Papier mit ihrer Unterschrift völlig irrelevant.

Wir haben uns mittlerweile sehr ineinander verliebt und wir beide fiebern dem April 2016 entgegen, wenn die drei Jahre um sind und sie ein zweites und letztes Mal mit ihm ihre Aufenthaltsgenehmigung verlängern lassen muss. Bis dahin sind wir leider gezwungen, uns heimlich zu treffen wenn ihr Mann mal nicht da ist (meistens ist er Sonntags in seiner Firma, deswegen treffen wir uns dann). Sobald es soweit ist und sie ihr verlängertes Dokument erhalten hat, wird sie noch am selben Tag ihre Sachen packen und zu mir ziehen, dann wird sie die Scheidung einreichen. Ich kann nur hoffen, dass ich ihrem Mann dabei nicht begegne, denn obwohl ich ein sehr friedliebender Mensch bin, noch nie wissentlich anderen geschadet habe und Gewalt verabscheue bin ich mir nicht sicher ob ich meine Faust bei mir behalten könnte wenn ich diesem Schwein gegenüber stehe.

Vielen Dank an alle, die sich die Mühe gemacht haben, mir beim schriftlichen Ausschütten meiner Sorgen beizuwohnen und den Artikel bis hierher gelesen haben.
Welch triste Epoche, in der es leichter ist ein Atom zu spalten als ein Vorurteil.
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon CoolMcCool » Mi 11. Mär 2015, 12:45

Das ist eine sehr bittere Situation, aber einen Ausweg sehe ich da auch nicht.
Da sie selbst etwas illegales getan hat um die Aufenthaltserlaubnis zu bekommen, kann sie faktisch nicht dagegen vorgehen ohne selbst abgeschoben zu werden.

Da kann man euch nur wünschen, dass ihr das noch gut durchsteht und der Mann im Laufe dieses noch verbliebenen Jahres nicht auf weitere dumme Gedanken kommt.
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon Redbone » Mi 11. Mär 2015, 13:06

Gabriel hat geschrieben:[...]ob ich meine Faust bei mir behalten könnte wenn ich diesem Schwein gegenüber stehe.

Das solltest Du aber. Auch wenn er es verdient hätte - denke an die Folgen. Du würdest damit nur Dir schaden.
Ansonsten kann ich euch nur alles Gute und viel Kraft wünschen. Und seid bitte vorsichtig, dass er euch nicht erwischt. Passt auf euch auf.

LG
Ich will, dass sie mich beißt.
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon CoolMcCool » Mi 11. Mär 2015, 15:15

Ihr wart ja schon bei Anwälten. Ich weiss nicht wie gut ihr da vernetzt seid und was ihr schon gemacht habt, aber es gibt auch noch diverse Organisationen, die sich auch um illegale Einwanderer kümmern ohne sie gleich zu verpfeifen. Gerade in einer Stadt wie Hamburg sollte es da Anlaufstellen geben.

http://www.igfm.de/menschenrechte/hilfe-fuer-den-notfall/illegal-in-deutschland/

Gewalt in der Ehe
Gewalt in der Ehe hinzunehmen, um nicht abgeschoben zu werden, kann keine Lösung sein. Stattdessen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, einer betroffenen Frau zu helfen. In den Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände gibt es Anwältinnen, die helfen können, frauenspezifische Asylgründe oder Abschiebehindernisse geltend zu machen. Wurde die Ehe mit einem Deutschen eingegangen und hat die Frau dadurch ein Aufenthaltsrecht erlangt, so muss dieses durch eine Scheidung nicht unbedingt erlöschen. Näheres finden Sie unten im Abschnitt "Kann nach einer Scheidung die Abschiebung drohen?" Suchen Sie bei Gewalt in der Partnerschaft oder der Ehe eine Frauenberatungsstelle auf. Die Beratung ist kostenlos und diskret. [Frauenberatungsstelle finden ...]


...Ist der Ehepartner nach der Scheidung in der Lage seinen Lebensunterhalt selbstständig zu bestreiten, ist ihm eine Niederlassungserlaubnis zu erteilen (siehe: § 31 Absatz 3 Aufenthaltsgesetz).

Auch bereits vor Ablauf der 3-Jahresfrist und ohne Vorliegen eines besonderen Härtefalles kann die Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Beschäftigung erteilt werden, wenn ein Arbeitsplatz vorhanden ist. Es wird hierbei jedoch immer eine Einzelfallprüfung erfolgen, für deren Ausgang unterschiedlichste Faktoren eine Rolle spielen, sodass die Erfolgsaussichten des Antrages nicht im Allgemeinen voraus-gesagt werden können. Anwaltliche Hilfe ist hier in jedem Fall empfehlenswert....


Es liegt ja in dem Fall keine körperliche Gewalt vor aber durchaus psychische, wenn er kontrolliert was sie tut usw...

Ne andere Sache:

Ich weiß nicht wie das rechtlich so ist und ob das für euch überhaupt in Frage kommt, aber bestünde die Möglichkeit sich von dem Mann zu trennen und dann dich zu heiraten?
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon Gabriel » Mi 11. Mär 2015, 20:37

Redbone hat geschrieben:Das solltest Du aber. Auch wenn er es verdient hätte - denke an die Folgen. Du würdest damit nur Dir schaden.

Die Konsequenzen sind mir klar. Eben darum sage ich ja, dass ich hoffe ihm nicht zu begegnen. Wäre für uns beide besser.
Jedenfalls danke für deinen Rat und die guten Wünsche!


CoolMcCool hat geschrieben:es gibt auch noch diverse Organisationen, die sich auch um illegale Einwanderer kümmern ohne sie gleich zu verpfeifen.

Sie ist ja nicht illegal hier. Ehegattennachzug ist vollkommen legal. Und das dieses System mit kurzzeitigen Schein- und Zweckehen ausgenutzt wird ist jedem bekannt, auch den Behörden. Solange es da keine anderweitigen rechtlichen Verfehlungen gibt oder man es grob auffällig macht tun sogar die meisten Beamten so als würden sie es nicht merken.

Zum Thema Gewalt in der Ehe: Genau deswegen waren wir ja bei den Anwälten. Da ist wirklich nichts zu machen, wenn es sich nicht um körperliche Gewalt handelt; selbst dann müssten wir das sogar beweisen können (mit Videoaufzeichnungen oder ähnlichem).

CoolMcCool hat geschrieben:Auch bereits vor Ablauf der 3-Jahresfrist und ohne Vorliegen eines besonderen Härtefalles kann die Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Beschäftigung erteilt werden, wenn ein Arbeitsplatz vorhanden ist. Es wird hierbei jedoch immer eine Einzelfallprüfung erfolgen, für deren Ausgang unterschiedlichste Faktoren eine Rolle spielen, sodass die Erfolgsaussichten des Antrages nicht im Allgemeinen voraus-gesagt werden können. Anwaltliche Hilfe ist hier in jedem Fall empfehlenswert....

Der Arbeitsplatz soll ja dazu dienen, dass sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten kann. Das möchte sie aber im Moment noch nicht weil sie derzeit fast ihr gesamtes Gehalt jeden Monat nach Vietnam zu ihren Eltern schickt um sie zu unterstützen (ihr Vater hat vor einigen Monaten die Diagnose Kehlkopfkrebs bekommen, in einem Land wo es keine Krankenversicherung gibt ist das ein noch viel größeres Problem als das rein gesundheitliche).

CoolMcCool hat geschrieben:Ich weiß nicht wie das rechtlich so ist und ob das für euch überhaupt in Frage kommt, aber bestünde die Möglichkeit sich von dem Mann zu trennen und dann dich zu heiraten?

Möglich wäre das schon, aber sie müsste das Trennungsjahr einhalten. Man kann sich nicht scheiden lassen und sofort neu heiraten. Das heißt sie müsste für ein Jahr zurück nach Vietnam, da haben wir drüber gesprochen und das möchte sie nicht.
Auch dir vielen Dank für die Tips und die moralische Unterstützung!
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon Jojo55 » Mi 11. Mär 2015, 21:00

Gabriel hat geschrieben:Möglich wäre das schon, aber sie müsste das Trennungsjahr einhalten. Man kann sich nicht scheiden lassen und sofort neu heiraten.

Da würde ich nochmal mit einem Scheidungsanwalt reden: Nach dem was du schreibst ist ein Trennungsjahr vermutlich nicht nötig (Härtefall - http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1565.html)
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon Kratzbaum » Mi 11. Mär 2015, 22:01

Ich möchte mal ein paar Sachen einwerfen:

zunächst einmal solltest du dir gewiss werden,
dass du verknallt bist und alles durch eine rosarote Brille siehst!

Das ist der elementare Knackpunkt deiner Geschichte,
der ihr einen äußerst begrenzten, subjektiven Touch gibt!

Ich sage nicht, dass sie dich anlügt,
ich sage auch nicht, dass ihre Geschichte falsch sein muss,
du begehst aber einen Fehler, wenn du dies nicht in Betracht ziehst.

Für dich ist alles, was sie sagt, Wahrheit -
was ist, wenn das nicht so ist?
Zum Beispiel bist du darauf angewiesen,
ihr zu glauben, dass alles, was er böses tut, bei dem du nicht dabei bist, auch wahr ist;
selbst wenn du dabei bist, interpretierst du womöglich über,
weil du bereits jetzt eine vorgefertigte Meinung hast:
ein Drecksschwein und Sadist.

Anders erzählt, könnte er ein strenger aber liebender Ehemann sein,
den seine Frau mit einem jungen Springensfeld hörnt.

Klingt nach deiner Erzählung sicherlich sehr, sehr unwahrscheinlich,
und vielleicht auch etwas herzlos von mir, das überhaupt zu erwähnen,
aber ich habe im Leben oft genug erlebt, wie eine Perspektive die Moral einer Geschichte völlig verdreht hat.

Die Gesetzeslage ist für eine Analyse nicht wichtig, es geht nicht um eine Gesetzeslücke,
ebenso wie es nicht interessieren muss, dass die Behörden gerne wegsehen,
ein in der Disskussion nicht zu widerlegender Fakt ist,
dass sie entweder den Staat mit einer Scheinehe betrügt,
oder ihren Mann mit dir
und dass du der Zweite Mann bist.

Menschen neigen nunmal dazu, eine gute Geschichte zu mögen
und darüber hinaus nichts zu hinterfragen,
aber realistisch betrachtet könnten die Typen in Matrix auch auf einem Drogentrip sein
und letztlich nur Mörder,
aber das ist OT.

Es geht darum, dir zu helfen;
wem von uns ist es nicht schon passiert,
dass seine Zuneigung höchst einseitig war
und er das gar nicht gemerkt hat!?
Wenn dies der Fall ist,
ist dir nicht geholfen,
diesen Irrtum aufrecht zu erhalten!


So, auf die Gefahr, vielleicht herzlos rüberzukommen:
ein Denkanstoß!
Eine Niederlage ist keine Schande, solange der Geist sich nicht geschlagen gibt!
http://www.sch-ona-forum.de/viewtopic.php?f=108&t=15742
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon Lemenex » Do 12. Mär 2015, 08:31

Gehe das ganze noch einmal durch.
Ziehe jemand zu rate der die Situation, der euch und das ganze drumm herrum kennt,
und der auch vor allen ganz ehrlich dir gegenüber ist!
Das ist ganz wichtig, auch wenn seine Meinung dich verletzen würde!!!
Ich finde diese Meinung zu kennen ist wichtig für deine Entscheidungen, du
muss unbedingt mal die Welt sehen ohne das ganze Rosarot des Verliebt sein!

Schimpft mich ruhig, aber für mich klingt die Sache nicht ganz koscher.
Ich kenne leider viele Deutsch Asiatische Love Storys und fasst immer haben sie nur einen Zweck!.

Ich hoffe für euch trotzdem alles Gute und wünsche euch, das mein negatives
Gefühl mich täuscht.
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon Joe D. » Do 12. Mär 2015, 12:25

Ich kann mich meinen beiden Vorrednern nur anschließen. Die ganze Zeit während ich gelesen habe, dachte ich, diese Story schon einmal gehört zu haben. Und als du auch noch geschrieben hast, dass sie ihr ganzes Geld nach Asien zu ihrer Familie schickt, da wars aus meiner Sicht klar.

Sie sind immer Opfer der äußeren Umstände, die Familie ist immer arm und immer, wirklich immer, gibt es einen der Krebs hat oder dem ein Arm amputiert wurde oder der Diabetes hat, mein Gott wie oft ist es Diabetes. Die ganze Geschichte klingt wie ein einziges Dejavu. Alles schon mal gehört.

Ich weiß nicht, warst du mal in Asien? In diesem speziellen Teil von Asien? Natürlich gibt es dort Armut, wie es sie überall auf der Welt gibt, aber dieser Teil der Welt ist schon lange nicht mehr so hilfebedürftig, wie er gemeinhin dargestellt wird. Die meisten Menschen können von ihrem Gehalt akzeptabel leben. Und ich rede hier von 60 bis 100 Euro im Monat. Davon sind diese Mennschen in der Lage, eine Familie zu ernähren. Wenn diese Frau also, ihr ganzes Gehalt zu ihrer Familie schickt, und wenn es nur ein kleines Gehalt von sagen wir mal 800 Euro ist, dann kannst du dir leicht ausrechnen, wie gut es aufeinmal der Familie in Vietnam geht.
Aber wie überall auf der Welt muss man für sein Geld arbeiten. Und die Asiaten, das sei ihnen unbenommen, müssen hart für ihr Geld arbeiten. Also ist es doch viel angenehmer, sich einen liebestollen Europäer anzulachen, den man Schritt für Schritt ausnehmen kann.

Ich wünsche dir wirklich, dass es bei dir anders ist. Dass es die eine unter tausend ist, die ehrlich zu dir ist. Aber ganz ehrlich, die Chancen dazu stehen nicht so gut.
Ich rate dir also zur Besonnenheit. Renn nicht zum Altar, sobald sie von dem anderen Typen weg ist.

Vielleicht ist das der Misanthrop der da aus mir spricht, aber ich vermute mal, du rennst sehenden Auges ins glitzernde Messer.
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon Lemenex » Do 12. Mär 2015, 15:46

Frauen zählen in Asien nicht viel, auch ist ihr Ansehen in den Familien eher schlecht.
Schafft es eine Frau Geld zu erwirtschaften, gerade mit leichtgläubigen "Farangs", und regelmäßig Geld heimzuschicken, dann kann sich die Familie davon "Gesicht" kaufen.
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon flurric » Do 12. Mär 2015, 16:24

Trotz allem würde ich als juristischer Halblaie davon ausgehen, dass dieser "Vertrag" doch sehr fragwürdig ist und unter Ausnutzung einer Zwangslage zustandekam. D.h. auf die Vermögenstrennung sollte der gute Mann sich nicht verlassen - denn er hat genau aus dem gegenteiligen Grund geheiratet.

Aber zuverlässige Rechtsberatung können wirklich nur die Anwälte leisten, und selbst das ist noch keine Garantie dafür, vor einem Gericht recht zu bekommen...

Krasse Sache jedenfalls, und ganz bestimmt nicht selten, ich weiß von so einigen Zweckehen in meinen Bekanntenkreis.
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon Gabriel » Do 12. Mär 2015, 22:10

Ich danke euch erst mal allen für die vielen Antworten.

Zunächst mal: Klar bin ich verliebt, aber ich bin mittlerweile 30 Jahre alt und schon oft genug reingelegt worden und auf die Nase gefallen, dass ich auch stets die andere Seite sehe. Natürlich ist ganz leise in meinem Hinterstübchen ebenfalls der Verdacht, dass irgendwas nicht ganz so sein könnte wie sie es schildert.

Aber selbst wenn es so wäre, stellt sich für mich die Frage, warum würde sie mir (und auch den Anwälten, bei denen wir übrigens auf ihren Wunsch hin waren) etwas vorlügen? Geld gibts bei mir keines zu holen, sie verdient bei ihrem Imbiss-Job locker doppelt so viel wie ich (hab keine abgeschlossene Ausbildung und halte mich schon seit Jahren mehr schlecht als recht mit Gelegenheits- und Minijobs über Wasser) und das weiß sie auch. Da wäre sie bei ihrem jetzigen Mann viel eher an der richtigen Adresse, denn der hat seine eigene Firma (das weiß ich mit Sicherheit, weil er auf deren Internetseite als Geschäftsführer steht) und damit vermutlich auch ne ziemliche Menge Knete.

Also keine Panik Leute, ich lass mich ganz sicher nicht ausnutzen und bleibe wachsam. Währenddessen versuche ich, ihr lieber etwas anderes als Geld zu bieten, nämlich menschliche Nähe. Davon hatte sie ja nicht mehr allzuviel seit sie hier in Deutschland ist. Und das tu ich gern und es schadet niemandem, oder?
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon Hornzipfel » Do 12. Mär 2015, 23:36

Die Gütertrennung kann nur durch einen vor einem Notar zu schließenden Vertrag herbeigeführt werden, s. BGB § 1410. Ist das so gemacht worden? Wenn nicht, wundert mich's, dass die Anwälte nicht darauf hingewiesen und das moniert haben. Wenn der "Mann" die Frau nur im Privaten dazu gezwungen hat zu unterschreiben, ist der Vertrag nichtig.
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Re: Muss mir mal was von der Seele schreiben

Beitragvon Gabriel » Fr 13. Mär 2015, 07:26

Doch, das haben die Anwälte, aber das habe ich auch im ersten Beitrag erwähnt. Es ging dabei auch um die versuchte Erpressung, nicht um den Inhalt des Vertrages, denn eine Gütertrennung wäre ihr und mir vollkommen unwichtig, selbst wenn es auch ohne Notar ginge. Wie ich sagte, sie hat ihn noch nie um Geld gebeten und auch mir gesagt dass sie sein Geld gar nicht will, sondern lieber selbst arbeitet um ihre Familie zu unterstützen. Das ist ja der Grund warum sie nach Deutschland gekommen ist.
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