Wahre Weihnachtsgeschichten

Hier könnt ihr alles posten, was nicht zum Thema 'Selbstbefriedigung' passt

Wahre Weihnachtsgeschichten

Beitragvon Shiny_X » So 9. Dez 2012, 21:22

Um die Advents- und Weihnachtszeit ranken sich viele Gedichte und märchenhafte Geschichten. In diesem Thread soll es jedoch um auf Fakten basierende Geschichten gehen.

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Disclaimer: Ich habe für die folgenden Geschichten verschiedenen Informationsquellen gesichtet. Zum einen bin ich teilweise auf widersprüchliche Informationen gestoßen und zum andere kann ich die Seriosität mancher Informationsquellen nicht garantieren.
Obwohl ich mich bemüht habe, die geschichtlichen Zusammenhänge und Entwicklungen plausibel zu rekonstruieren, kann ich aus genannten Gründen keinen Anspruch auf völlige Korrektheit und Vollständigkeit erheben.

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Das Vermächtnis eines Theologen

Beitragvon Shiny_X » So 9. Dez 2012, 21:26

Was man will, muss man ganz wollen; halb ist es gleich nichts.

Johann Hinrich Wichern, 1808-1881, deutscher Theologe

Dieses kurze Zitat zieht sich wie ein roter Faden durch das Leben und Wirken dieses Hamburger Theologen.
Nachdem er in Göttingen und Berlin Theologie studiert hatte, war er zunächst als Sonntagsschullehrer in St.Georg (damals noch kein Stadtteil von Hamburg) tätig.
In dieser Zeit lernte er die Armut und das Leid der Bevölkerung kennen und initiierte ein soziales Projekt, um den Leuten und insbesondere den Kindern zu helfen. Sein Ziel war es, die Kinder aus den Elendsverhältnissen herauszulösen und ihnen Betreuung und Bildung zukommen zu lassen. Vom Hamburgisches Senat wurde Wichern 1833 hierfür eine Bauernkate in Horn (damals auch noch kein Stadtteil von Hamburg) zur Verfügung gestellt, die als Rauhes Haus bekannt war.
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Da die Kinder in der Vorweihnachtszeit ständig fragten, wann denn endlich Weihnachten sei, hatte Wichern 1839 eine Idee: er bastelte aus einem alten Wagenrad einen Holzkranz mit 24 Kerzen, vier große weiße für die Adventssonntage und 20 kleine rote für die übrigen Tage — der Adventskranz war geboren!
Aus diesem traditionellen Wichernschen Adventskranz entwickelte sich der weit verbreitete Adventskranz mit vier Kerzen, aber im Hamburger Michel hängt auch heute noch in der Adventszeit ein Adventskranz in seiner traditionellen Form.
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Wicherns Vermächtnis umfasst neben dem Adventskranz u. a. die 1833 gegründete evangelische Stiftung Rauhes Haus, die verschiedene soziale Einrichtungen in und um Hamburg betreibt. Neben seinem Engagement für die Armen und Schwachen war Wichern im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. in der Reformierung des Strafvollzugs aktiv.
Der Wittenberger Kirchentag von 1848 gründete in Anlehnung an Wicherns Errungenschaften die Innere Mission, aus der die Diakonie-Bewegung hervorgehen sollte.

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PS. Die historische Bauernkate Rauhes Haus gibt es übrigens immer noch, sie steht auf dem Stiftungsgelände in Hamburg-Horn.

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Re: Wahre Weihnachtsgeschichten

Beitragvon Backy » Di 11. Dez 2012, 00:20

Vor fast 120 Jahren schrieb die achtjährige Virginia O’Hanlon aus New York an die Tageszeitung „Sun“ folgenden Brief:

Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, es gibt keinen Weihnachtsmann. Papa sagt, was in der „Sun“ steht, ist immer wahr. Bitte, sagen sie mir: Gibt es einen Weihnachtsmann?

Die Sache war dem Chefredakteur Francis P. Church so wichtig, dass er selbst antwortete, und zwar auf der Titelseite der „Sun“:

Liebe Virginia, Deine kleinen Freunde haben nicht Recht. Sie glauben nur, was sie sehen. Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen. Ja, Viriginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Es gibt ihn so gewiss wie Liebe und Großherzigkeit und Treue. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie, gar nichts, was das Leben erst erträglich machte. Ein Flackerrest an sichtbarem Schönen bliebe übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen. Es gibt einen Weihnachtsmann. Sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben.
Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, den Weihnachtsmann zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme den Weihnachtsmann zu Gesicht – was würde das beweisen? Kein Mensch sieht ihn einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken, geschweige sie zu sehen, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst. Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal alle Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann werden die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal zu erkennen sein. „Ist das denn auch wahr?“ kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist beständiger. Der Weihnachstmann lebt, und ewig wird er leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen.
Frohe Weihnacht, Virginia.
Dein Francis P. Church

Der Briefwechsel zwischen Virginia O’Hanlon und Francis P. Church stammt aus dem Jahr 1897. Er wurde über ein halbes Jahrhundert bis zur Einstellung der „Sun“ 1950 alle Jahre zur Weihnachtszeit auf der Titelseite abgedruckt.
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Der Weihnachtsmann

Beitragvon Shiny_X » So 16. Dez 2012, 20:49

Wunderschön, Backy! Diese Geschichte könnte glatt als Märchen durchgehen. Jetzt wissen wir also, dass es den Weihnachtsmann gibt. Der Vollständigkeit halber werde ich jetzt erklären, wie der Weihnachtsmann entstanden ist.
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Sowohl das Aussehen des Weihnachtsmanns als auch sein Kennzeichen, Geschenke zu bringen, hängen mit dem Bischof Nikolaus von Myra, auch bekannt als Heiliger Nikolaus, zusammen, der im 4. Jahrhundert nach Christus lebte. Myra ist das heutige Demre an der Südküste der Türkei.
Der Heilige Nikolaus war dafür bekannt, die Armen mit Spenden zu unterstützen und auch sonst sozial sehr engagiert zu sein. Was davon Fakt und was Legende ist, lässt sich leider nicht sagen.
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Nikolaus wurde nach seinem Tod von den Katholiken als Heiliger und Schutzpatron der Kinder und Armen verehrt und, da Nikolaus an einem 6. Dezember starb, wird der Brauch des Schenkens am 6. Dezember ihm zu Ehren bis zum heutigen Tag fortgeführt.
Des Weiteren hatte Nikolaus laut Überlieferungen einen langen weißen Bart.
Die heutige englische Bezeichnung des Weihnachtsmanns Santa Claus leitet sich aus Sinterklaas — der niederländischen Bezeichnung für den Heiligen Nikolaus — ab.
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Während der protestantischen Reformation, dessen bekanntester Vertreter Martin Luther war, tat sich einiges in der christlichen Welt: die Protestanten teilten die katholische Heiligenverehrung nicht, ersetzten Nikolaus durch das Christkind — also Jesus Christus — und verlegten die Geschenkgabe auf das angebliche Datum der Geburt Christi Ende Dezember.
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Obwohl der Weihnachtsmann zunächst uneinheitlich gekleidet dargestellt wurde, setzte sich seit Beginn des 20. Jahrhunderts der rote Mantel durch. Die Coca Cola-Company nutzte dieses Bild des Weihnachtsmanns als Werbefigur und trug deshalb stark zu dessen Verbreitung — auch in Deutschland — bei. Diese Coca Cola-Version des Weihnachtsmanns inklusive sein Rentierschlitten gehen auf den schwedischen Comiczeichner Haddon Sundblom zurück, der 1931 dieses Bild des Weihnachtsmanns für die Coca Cola-Werbekampagne entwarf.
Dieses heutige Bild des Weihnachtsmanns inklusive seiner unkomfortablen Gewohnheit durch den Schornstein zu klettern, basiert wiederum auf dem 1823 veröffentlichten Gedicht Twas the Night before Christmas von Clement Clarke Moore.
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Der Weihnachtsbaum

Beitragvon Shiny_X » So 23. Dez 2012, 10:00

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Habt ihr schon einen Weihnachtsbaum? Ich denke mal, dass der Weihnachtsbaum für uns alle zum Weihnachtsfest dazugehört, aber warum? Warum stellen wir uns eigentlich zum Weihnachtsfest Tannenbäume ins Wohnzimmer? Was haben Tannenbäume mit Weihnachten zu tun?
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Die historische Entwicklung des Weihnachtsbaums ist eng mit der Entstehung des Weihnachtsfests selbst verbunden. Die Geschichte des Weihnachtsbaums beginnt in der Antike:
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Bevor sich das Christentum im Römischen Reich verbreitete, dominierte der vermutlich aus Persien stammende Mithraismus, der die Sonne als Gottheit verehrte. Das wichtigste Fest im Mithraismus war das Mittelwinterfest bzw. das Fest der Sonnenwende am 25. Dezember. Zum Mittelwinterfest gehörte der Brauch sich Zweige von immergrünen Pflanzen, üblicherweise Tannenzweige, die sogenannten Wintermaien, als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit ins Haus zu holen, die als direkte Vorläufer des Weihnachtsbaums gelten.
Da die frühen Christen wussten, dass zur Verbreitung des Christentums festgelegte Termine für Festtage nötig waren, wählten sie den 25. Dezember für das Fest der Geburt Christi, da in der Bibel kein genaues Datum vorhanden war. Außerdem ließ sich die Lichtsymbolik des Mithraismus gut mit dem Erscheinen Christi auf Erden verbinden.
Im vorchristlichen Mittelwinterfest ist also der Ursprung sowohl des Weihnachtsbaums als auch des Weihnachtsfests selbst zu finden.
Falsch ist jedoch die Meinung, dass auch das Wort Weihnachten mit dem Mittelwinterfest zusammenhängt. Weihnachten entwickelte sich aus dem mittelhochdeutschen „wîhen naht‟, was „geweihte Nacht‟ bedeutet; es stammt aus einem Gedicht von Spervogel aus dem Jahr 1190 und bezieht sich auf die Nacht der Geburt Christi. Nicht gemeint sind entgegen einer weit verbreiteten Meinung die Nächte rund um das Mittelwinterfest.
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Im Mittelalter war es üblich ganze Bäume zu verschiedenen festlichen Anlässen zu schmücken. Der erste Weihnachtsbaum war laut Überlieferungen der Weihnachtsbaum der Freiburger Bäckerschaft aus dem Jahr 1419. Die erste urkundliche Erwähnung bezieht sich auf den Weihnachtsbaum im Straßburger Münster im Jahr 1539. Die Idee sich den Weihnachtsbaum ins Wohnzimmer zu stellen, stammt aus dem Elsass des späten 16. Jahrhunderts.
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Die katholische Kirche war zunächst jedoch gegen den Weihnachtsbaum, zum einen weil sie ihn als Konkurrenz für die Weihnachtskrippe sah und zum anderen weil große Waldgebiete damals im Besitz der katholischen Kirche waren, die von den Menschen auf der Suche nach Weihnachtsbäumen geplündert wurden. So kam es, dass der Weihnachtsbaum zunächst nur bei den Protestanten Verbreitung fand und erst später auch von den Katholiken übernommen wurde.
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Zunächst wurde der Weihnachtsbaum nur mit Nüssen und Früchten als Beitrag zur Symbolik von Leben und Fruchtbarkeit geschmückt. Kerzen sind seit 1730 üblich. Seit 1830 gibt es Christbaumkugeln, anfänglich waren sie jedoch nur in finanziell besser gestellten Kreisen üblich. Lametta wurde 1878 in Nürnberg eingeführt, es sollte glitzernde Eiszapfen symbolisieren.
Die Weihnachtsbeschmückung des Weihnachtsbaums und auch im Allgemeinen ist oft von der Farbe Rot geprägt, was eine direkte Verbindung zu christlichen Vorstellungen darstellt. Rot steht für das Blut Christi und das Grün der Tannennadeln symbolisiert die Hoffnung auf Leben.
Sehr je her werden Fichten- und Tannenarten als Weihnachtsbäume genutzt, heute ist es hauptsächlich die Nordmanntanne, weil sie leicht anbaubar ist, einen gleichmäßigen Wuchs aufweist und die Nadeln weich sind und nicht so schnell ausfallen.
Übrigens, da der Weihnachtsbaum, wie aus dieser Geschichte deutlich wird, kein originäres, christliches Symbol (wie etwa das Kreuz) ist, ist er auch in nicht-christlichen Kreisen beliebt.
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Re: Wahre Weihnachtsgeschichten

Beitragvon Backy » So 23. Dez 2012, 12:01

Eine tolle Bildergalerie mit allerlei Kuriosem, aber Wahrem !
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Der Adventskalender

Beitragvon Shiny_X » So 7. Dez 2014, 22:16

Der Adventskalender dürfte für uns alle zur Vorweihnachtszeit dazugehören wie der Adventskranz. Als Kind hatte ich immer einen Schokoadventskalender an der Wand neben meinem Bett hängen. Neben dieser überall erhältlichen Variante des Adventskalenders speziell für Kinder, gibt es unzählige weitere Varianten wie solche, die Geschenke oder christliche Motive enthalten, sowie Ü18-Varianten wie den PLAYBOY-Adventskalender.
Abgesehen von diesen Massenprodukten gibt es Sonderformen wie das Wiener Rathaus, dessen Fassade jedes Jahr in einen riesigen Adventskalender verwandelt wird und somit eine weitere Attraktion auf dem Wiener Christkindlmarkt darstellt.
Außerdem gibt es selbstgebastelte Adventskalender, digitale und Online-Adventskalender, wodurch die Zahl der Varianten ein astronomisches Ausmaß erreicht.
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Wo liegen jedoch die Wurzeln des Adventskalenders?
Vorläufer des Adventskalenders lassen sich bis ins 19te Jahrhundert zurückverfolgen, er war in protestantischen Familien ähnlich wie die klassische Version des Adventskranzes von Johann Hinrich Wichern zunächst Zählhilfe oder Zeitmesser, z.B. wurden 24 Striche an eine Tür oder eine Wand gemalt, bei der die Kinder täglich einen Strich wegwischen durften, oder es wurde ab dem 1. Dezember jeden Tag ein Strohhalm in eine Krippe gelegt oder jeden Tag ein Bild an die Wand gehängt.
Außerdem gab es die Adventsuhr und die Adventskerze, die jeden Tag bis zur nächsten Markierung abgebrannt wurde.
Wer letztlich den Adventskalender erfunden hat, ist nicht klar. Im 1901 veröffentlichten Roman Buddenbrooks wird ein Adventskalender in Form eines Abreißkalenders erwähnt.
Als ein Erfinder gilt der Münchner Verleger Gerhard Lang (1881-1974). Angeblich hatte seine Mutter (eine evangelische Pfarrersfrau) ihm in der Adventszeit 24 in Papierschächtelchen verpackte Plätzchen geschenkt, von denen er täglich eins öffnen durfte. An Anlehnung an diese Erinnerung aus Kindheitstagen verkaufte Lang 1903 einen gedruckten Adventskalender, er bestand aus einem Bogen mit 24 Bildern zum Ausschneiden und einem Bogen mit 24 Feldern zum Aufkleben.
Andere Quellen berichten allerdings davon, dass der erste gedruckte Adventskalender im Jahr 1902 von einer Buchhandlung in Hamburg angeboten worden sei. Das war eine Weihnachtsuhr für Kinder.
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Adventskalender mit Türchen zum Öffnen sind seit den 1920er Jahren erhältlich, Schokoadventskalender gibt es seit den 1960er Jahren.
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Und? Was hat euer Adventskalender heute zu bieten?
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Knecht Ruprecht

Beitragvon Shiny_X » Mi 16. Dez 2015, 09:42

Der Nikolaus und der Nikolaus-Tag wurden im Rahmen der wahren Geschichte über den Weihnachtsmann erwähnt. In dieser wahren Geschichte soll näher auf die Hintergründe des Nikolaus-Tages eingegangen werden mit Schwerpunkt auf einer weihnachtlichen Symbolfigur, die noch völlig unerwähnt ist: Knecht Ruprecht.
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Jeder kennt ihn als Gehilfen und Begleiter des Nikolaus, der die „bösen‟ Kinder mit einer Rute straft.
Der Ursprung des Knecht Ruprecht ist in den Kinderschreckfiguren des späten Mittelalters zu finden. Es handelte sich normalerweise um Fabelwesen wie Geister oder Kobolde, von denen Eltern ihren Kindern erzählten, um sie zu frommem Benehmen zu animieren oder vor leichtsinnigen Handlungen zu schützen.
„Knecht Ruprecht‟ war einer von mehreren Namen, die für diese Fabelwesen benutzt wurden.
„Ruprecht‟ leitet sich aus „rauhe Percht‟ ab, was eine Verbindung zu im bayrisch-österreichischen Brauchtum vorkommenden Sagengestalten - den Perchten - darstellt, die im Zeitraum zwischen Weihnachten und Anfang Januar (die Nächten in diesem Zeitraum nannte man „Rauhnächte‟, daher „rauhe Percht‟) auftraten, um das sittliche Verhalten der Menschen zu überwachen. Man unterschied zwischen guten und hässlichen Perchten.
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An dieser Stelle taucht ein häufiges lyrisches Motiv der frühen Neuzeit auf: die Gegenüberstellung von Gegensätzen, die dennoch eine Einheit bilden, die sogenannte Antithetik, die auch beim Nikolaus und Knecht Ruprecht vorhanden ist: der Nikolaus mit den Geschenken und Knecht Ruprecht mit der Rute.
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Ein weiterer charakteristischer Aspekt im Zusammenhang mit dem Nikolaus und Knecht Ruprecht ist der Einkehrbrauch, der sein Vorbild in der kirchenrechtlich vorgeschriebenen Visitation des Bischofs in einer Pfarrgemeinde hat, was wiederum in der Bibel verankert ist: „Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen; denn sie wachen über eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen; auf dass sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut.‟ (Hebräer 13, Vers 17)
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Dieser Einkehrbrauch wird auch heute noch in weiten Teilen der Welt inszeniert. Es wird jedoch empfohlen, Knecht Ruprecht nicht als bedrohlichen Angstmacher darzustellen, da dies mit pädagogischen Erkenntnissen nicht vereinbar ist.
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Die Weihnachtsgurke

Beitragvon Shiny_X » So 20. Dez 2015, 16:12

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Würdet ihr euch Weihnachtsschmuck in Form einer Gewürzgurke in den Weihnachtsbaum hängen? In den USA ist dieser Brauch - die Christmas pickle - weit verbreitet. Die Gurke wird etwas versteckt in den Baum gehängt, und wer sie als Erstes findet, darf sich das erste Geschenk oder ein zusätzliches Geschenk aussuchen oder er oder sie darf sich auf ein glückliches Jahr freuen.
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Gurken als Weihnachtsschmuck??? Wer ist denn auf die Idee gekommen? In den USA herrscht die weit verbreitete Meinung, es handele sich um eine alte deutsche Tradition, aber das wüssten wir ja wohl!

Über den Ursprung der Weihnachtsgurke kursieren mehrere Geschichten:
1. Die Weihnachtsgurke ist eine Erfindung von US-Werbestrategen im späten 19ten Jahrhundert, als gläserner Weihnachtsbaumschmuck aus Deutschland importiert wurde. Woolworth war eines der ersten Geschäfte, das diesen Weihnachtsschmuck im Sortiment hatte.

2. Diese Tradition entstand im amerikanischen Bürgerkrieg im 19ten Jahrhundert. Ein deutschstämmiger Soldat namens John C. Lower landete damals in einem Gefangenenlager. Dem Verhungern nahe bat er einen Wärter am Heiligabend 1864, ihm eine saure Gurke zu geben, und er bekam sie auch. Er glaubte, dass diese Gurke sein Leben gerettet hatte.
Als er wieder zu Hause war, führte er den Brauch ein, eine Gurke im Weihnachtsbaum zu verstecken. Wer sie fand, sollte mit Glück gesegnet sein, so wie er es war.

3. Die kleine Ortschaft Berrien Springs in Michigan nennt sich selbst „Christmas Pickle Capital of the World‟. Dieser Titel begründet sich auf der Geschichte zweier spanischer Jungs, die, als sie für den Weihnachtsurlaub auf dem Heimweg von ihrem Internat waren, von einem bösen Gastwirt in ein Gurkenfass eingesperrt wurden. Sie wurden jedoch vom Heiligen Nikolaus wieder befreit.
In Berrien Springs wird die Befreiung der spanischen Jungs alljählich Anfang Dezember mit einem Fest und einer Parade gewürdigt, bei der an Stelle von Süßigkeiten Gewürzgurken ausgegeben werden.
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Ich muss zugeben, die zweite und die dritte Geschichte scheinen auch mir etwas weit hergeholt zu sein. Als Beweis, dass ich sie mir nicht ausgedacht habe, stelle ich euch den Link zu einem meiner Quellentexte zur Verfügung.
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Die Schneekugel

Beitragvon Shiny_X » Mi 23. Dez 2015, 10:01

Erwin Perzy war ein Wiener Chirurgieinstrumentenmechaniker und lebte im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Er wollte eine leistungsfähige Lichtquelle für chirurgische Eingriffe entwickeln und versuchte die bis dahin genutzte Schusterkugel und die kurz zuvor durch den US-amerikanischen Erfinder Thomas Alva Edison entwickelte elekrische Glühbirne dahingehend weiterzuentwickeln.
Eine Schusterkugel ist ein wassergefüllter, kugelförmiger Glaskolben, mit dem das Licht der Sonne oder einer Öllampe wie mit einer Sammellinse fokussiert und verstärkt wurde. Bevor es Glühbirnen gab, wurden Schusterkugeln verwendet, um insbesondere den Arbeitsplatz auszuleuchten.
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Perzy versucht zunächst durch die Zugabe von Glasspäne den Brechungseffekt zu erhöhen, allerdings sank die Glasspäne zu schnell wieder zu Boden. Schließlich versuchte er es mit Griesflocken, die im Kolben langsam zu Boden sanken.
Da ihn dieser Anblick an herabschwebende Schneeflocken erinnerte, hatte er einen Idee: er bastelte eine Miniatur der Basilika von Mariazell, setzte sie in eine wassergefüllte Kugel und gab Griesflocken als Schnee hinzu. Die Schneekugel war geboren!
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Perzy ließ die Schneekugel patentieren und gründete mit seinem Bruder im Jahr 1900 eine Schneekugelmanufaktur. Diesen Betrieb gibt es immer noch, und während andere Hersteller heute ein Kunststoffgemisch für den Schneeeffekt verwenden, wird in original Wiener Schneekugeln weiterhin Gries benutzt.
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